Sonntag, 4. Februar 2018

9 - Über La Paz nach Uyuni

Sonntag, der 4.2.2018

Fahrt von Copacabana über La Paz nach Uyuni

 von David Pint

Nachdem wir 2 Nächte im bolivianischen Copacabana am Titicacasee verbracht hatten und am Samstagabend auf dem traditionellen Fest de Candelaria in Jürgen‘s Geburtstag reinfeierten, stand am Sonntagmittag die Weiterreise nach Uyuni auf dem Programm.

Dementsprechend hieß es, sich zunächst morgens am guten Frühstücksbüffet zu stärken und die Koffer zu packen. Nach dem Auschecken, verbrachten wir die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Busses zur Zwischenstation in La Paz mit letzten Einkäufen oder einem Café-Besuch. Andere nutzten die Zeit um letztmalig an der Uferpromenade des Sees entlang zu spazieren. 

Alle fanden sich pünktlich am vereinbarten Treffpunkt wieder ein, sodass die rund vierstündige Fahrt nach La Paz um 14 Uhr geschlossen angetreten werden konnte. Der enge und unklimatisierte Bus führte uns zunächst durch die hügelige Landschaft der bolivianischen Hochebene entlang des Titicacasees in den kleinen Ort San Pedro De Tequinia, wo wir nach rund 30 Minuten ankamen. Dort überquerten wir in einer kurzen Überfahrt, bei der die Personen, getrennt vom Bus, mit separaten Booten zum anderen Ufer gebracht wurden, den Titicacasee. In San Pablo De Tequinia angekommen, sollte ein besonderes Highlight dieses Reisetages auf uns warten. An zahlreichen kleinen Verkaufsständen wurde frischer Fisch angeboten, welcher innerhalb unserer Gruppe für große Begeisterung sorgte. 

Überfahrt am Titicacasee

"Trucha" als Zwischensnack
Gesättigt und voller Vorfreude auf die anstehenden Ereignisse setzten wir unsere Weiterfahrt in Richtung La Paz fort. Dieser kurvenreiche Streckenabschnitt war zu Beginn insbesondere von vielen Terrassen geprägt, die einst an den Berghängen zur Bewirtschaftung errichtet wurden. Je näher wir dem urbanen La Paz kamen, desto verschmutzter und schlechter wurden die Straßen. Speziell die auf der Hochebene über La Paz gelegene und mittlerweile eigenständige Stadt El Alto verdeutlichte, dass sich Bolivien gegenwärtig in einer Phase des Umbruchs befindet. Die Stadt wirkte einerseits sehr dreckig, chaotisch und verstopft, bewies durch die Vielzahl der Neubauten und baulichen Aktivitäten andererseits aber auch, dass die ersten Schritte hinsichtlich einer wirtschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Weiterentwicklung gemacht werden. Beeindruckend war darüber hinaus die bekannte Seilbahn Teleférico, welche das auf 4061 m Höhe gelegene El Alto und das 1200 m darunter gelegene La Paz miteinander verbindet. Mit einer Länge von rund 10 km und drei Linien ist sie das größte städtische Seilbahnprojekt der Welt.

La Paz (1)

La Paz (2)

La Paz ist der Regierungssitz und die zweitgrößte Stadt Boliviens. Aufgrund der unglücklichen Zeitpläne der Busse, blieben uns nur etwa zwei Stunden Zeit, erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Beim Weg vom Bahnhof ins Zentrum wurde schnell klar, dass sich das Bild, dass sich uns in El Alto bot, in La Paz nahezu unverändert fortgesetzte. Auf den Straßen herrschte Verkehrschaos, die Stadt war sehr verschmutzt und ein stechender Uringeruch dominierte an vielen Stellen. Selbst die wenigen bunten Häuser im historischen Stadtkern konnten den Gesamteindruck einer insgesamt tristen und heruntergekommenen Stadt nicht entscheidend aufwerten. Positiv bleibt zu erwähnen, dass die einzigartige Lage der Millionen-Metropole in den bolivianischen Anden, im Canyon des Río Choqueyapu, beim Blick von oben für Gänsehaut sorgt. 

Warten in der Bahnhofshalle von La Paz

Beim kurzen Abstecher ins Stadtzentrum hatten alle die Möglichkeit noch etwas zu essen, bevor es um ca. 20:30 Uhr mit dem Nachtbus nach Uyuni ging. Die Nachtfahrt  gestaltete sich als sehr unruhig und holprig, sodass nur wenige in der beengten Atmosphäre des doppelstöckigen Busses den notwendigen Schlaf fanden. So kamen wir schließlich um 05:30 Uhr des Folgetages etwas ermüdet in Uyuni an, wo ein Frühstück auf uns wartete.

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16 - Ein Wort zum Schluß