Fahrt von Copacabana über La Paz nach Uyuni
Nachdem
wir 2 Nächte im bolivianischen Copacabana am Titicacasee verbracht hatten und
am Samstagabend auf dem traditionellen Fest de Candelaria in Jürgen‘s
Geburtstag reinfeierten, stand am Sonntagmittag die Weiterreise nach Uyuni auf
dem Programm.
Dementsprechend
hieß es, sich zunächst morgens am guten Frühstücksbüffet zu stärken und die
Koffer zu packen. Nach dem Auschecken, verbrachten wir die verbleibende Zeit
bis zur Abfahrt des Busses zur Zwischenstation in La Paz mit letzten Einkäufen
oder einem Café-Besuch. Andere nutzten die Zeit um letztmalig an der
Uferpromenade des Sees entlang zu spazieren.
Alle
fanden sich pünktlich am vereinbarten Treffpunkt wieder ein, sodass die rund
vierstündige Fahrt nach La Paz um 14 Uhr geschlossen angetreten werden konnte.
Der enge und unklimatisierte Bus führte uns zunächst durch die hügelige
Landschaft der bolivianischen Hochebene entlang des Titicacasees in den kleinen
Ort San Pedro De Tequinia, wo wir nach rund 30 Minuten ankamen. Dort überquerten
wir in einer kurzen Überfahrt, bei der die Personen, getrennt vom Bus, mit
separaten Booten zum anderen Ufer gebracht wurden, den Titicacasee. In San
Pablo De Tequinia angekommen, sollte ein besonderes Highlight dieses Reisetages
auf uns warten. An zahlreichen kleinen Verkaufsständen wurde frischer Fisch
angeboten, welcher innerhalb unserer Gruppe für große Begeisterung
sorgte.
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| Überfahrt am Titicacasee |
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| "Trucha" als Zwischensnack |
Gesättigt
und voller Vorfreude auf die anstehenden Ereignisse setzten wir unsere
Weiterfahrt in Richtung La Paz fort. Dieser kurvenreiche Streckenabschnitt war
zu Beginn insbesondere von vielen Terrassen geprägt, die einst an den
Berghängen zur Bewirtschaftung errichtet wurden. Je näher wir dem urbanen La
Paz kamen, desto verschmutzter und schlechter wurden die Straßen. Speziell die
auf der Hochebene über La Paz gelegene und mittlerweile eigenständige Stadt El
Alto verdeutlichte, dass sich Bolivien gegenwärtig in einer Phase des Umbruchs
befindet. Die Stadt wirkte einerseits sehr dreckig, chaotisch und verstopft,
bewies durch die Vielzahl der Neubauten und baulichen Aktivitäten andererseits
aber auch, dass die ersten Schritte hinsichtlich einer wirtschaftlichen,
sozialen und infrastrukturellen Weiterentwicklung gemacht werden. Beeindruckend
war darüber hinaus die bekannte Seilbahn Teleférico, welche das auf 4061 m Höhe
gelegene El Alto und das 1200 m darunter gelegene La Paz miteinander verbindet.
Mit einer Länge von rund 10 km und drei Linien ist sie das größte städtische
Seilbahnprojekt der Welt.
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| La Paz (1) |
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| La Paz (2) |
La Paz ist
der Regierungssitz und die zweitgrößte Stadt Boliviens. Aufgrund der
unglücklichen Zeitpläne der Busse, blieben uns nur etwa zwei Stunden Zeit,
erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Beim Weg vom Bahnhof ins Zentrum
wurde schnell klar, dass sich das Bild, dass sich uns in El Alto bot, in La Paz
nahezu unverändert fortgesetzte. Auf den Straßen herrschte Verkehrschaos, die
Stadt war sehr verschmutzt und ein stechender Uringeruch dominierte an vielen
Stellen. Selbst die wenigen bunten Häuser im historischen Stadtkern konnten den
Gesamteindruck einer insgesamt tristen und heruntergekommenen Stadt nicht
entscheidend aufwerten. Positiv bleibt zu erwähnen, dass die einzigartige Lage
der Millionen-Metropole in den bolivianischen Anden, im Canyon des Río
Choqueyapu, beim Blick von oben für Gänsehaut sorgt.
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| Warten in der Bahnhofshalle von La Paz |
Beim kurzen Abstecher ins Stadtzentrum hatten alle die Möglichkeit noch etwas zu essen, bevor es um ca. 20:30 Uhr mit dem Nachtbus nach Uyuni ging. Die Nachtfahrt gestaltete sich als sehr unruhig und holprig, sodass nur wenige in der beengten Atmosphäre des doppelstöckigen Busses den notwendigen Schlaf fanden. So kamen wir schließlich um 05:30 Uhr des Folgetages etwas ermüdet in Uyuni an, wo ein Frühstück auf uns wartete.





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