Willkommen auf dem Blog der Teilnehmer der RFH Studienreise 2018 nach Südamerika. Die Dreiländer-Tour in Peru, Bolivien und Chile beginnt am Freitag, dem 26.1.2018 und endet am Mittwoch, dem 14.2.2018. Die Route führt uns ausgehend von Lima über Cusco, Macchu Picchu und den Titicacasee nach La Paz, den Salar de Uyuni, die Atacama-Wüste und Iquique bis nach Santiago de Chile.
Dienstag, 6. Februar 2018
10 - Unsere Tour zum Salar de Uyuni
Montag, der 5.2.2018
von Yannick Löb und Philipp Graßmann
Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht
kamen wir gegen halb sechs morgens endlich in Uyuni an. Uyuni ist ein Dorf mit
circa 14.000 Einwohnern auf einer Höhe von circa 3.700 Metern. Vom Bus ging es
direkt in ein Café, wo wir uns bei einem gemeinsamen Frühstück stärken wollten.
Leider entpuppte sich die Mahlzeit als „Frühstück
mit Hindernissen“, da aufgrund mangelnder Organisation des Cafés die Gerichte
entweder zu spät oder gar nicht serviert wurden, beziehungsweise teilweise
falsch serviert wurden. Nach dem Frühstück putzten wir noch schnell unsere
Zähne auf der Straße, cremten uns mit Sonnencreme ein und packten unsere
Backpacks auf die Dächer der beiden Jeeps, mit denen es folgend auf eine
zweitägige Tour ging. Endlich konnte das Abenteuer beginnen!
Packen der Backpacks auf den Jeep
Unsere erste Station war für die Meisten von uns
direkt das absolute Highlight, auf das wir teilweise schon lange gewartet
hatten. Endlich ging unser Traum in Erfüllung! Bei diesem Highlight handelt es
sich um den Salar de Uyuni, einen riesigen Salzsee von 160x135 km Ausmaß. Im
Schnitt gibt es hier auf einer 9 m dicken Salzschicht nur eine Wassertiefe von
wenigen Zentimetern. Hierdurch entsteht ein Naturschauspiel vom Allerfeinsten,
was sich in einer stark spiegelnden Wasseroberfläche zeigt. Zukünftig werden hier von zwei verschiedenen
Unternehmen die Lithiumvorkommen abgebaut, welche sich unterhalb der Salzschicht
befinden. Bei den Unternehmen handelt es sich um das bolivianische Unternehmen
Comibol sowie das deutsche Unternehmen K-Utec.
Mit den Jeeps ging es in zwei Etappen mitten durch
den Salzsee, wo wir reichlich schöne Fotos und lustige Videos machen konnten.
Während es sich beim ersten Spot aufgrund der Bergwelt lediglich um einen
schönen Hintergrund handelte, konnten wir beim zweiten Spot das Monument der
Rallye Dakar sowie das auf dem See befindliche Salzhotel besichtigen. Das
Monument ist hier vorhanden, da eine Teilstrecke der Rallye direkt durch den
Salzsee führt.
Landschaft des Salar de Uyuni
Jeepfahrt durch den Salzsee
Gruppenbild (1) auf dem Salzsee
Gruppenbild (2) auf dem Salzsee
Das Salzhotel von außen
Das Salzhotel von innen
Gruppenbild vor dem Monument der Rallye Daker
Für den nächsten spektakulären Zwischenhalt ging
es zum ‚cementerio de trenes‘, zu Deutsch Zugfriedhof, in der Nähe von Uyuni.
Hierbei handelt es sich um den weltgrößten Zugfriedhof der Welt, wo circa 100
Lokomotiven und Waggons ihrem Schicksal überlassen wurden. Durch das salzige
und zudem trockene Klima werden die Züge nur langsam abgebaut, wodurch Bolivien
jährlich viele Touristen für den Besuch gewinnt. Vor vielen Jahren fand über
die hier liegende Zugstrecke der Transport von Mineralien und Edelmetallen von
den Minen im Landesinneren zur Hafenstadt Antofagasta statt. Zur damaligen Zeit
reichten die Grenzen Boliviens noch bis zur Küste, heutzutage gehört dieses
Gebiet zu Chile.
Lokomotiven auf dem cerementerio de trenes
Nach einem Fotoshooting ging es weiter zum
Bergbaudorf San Cristobal, wo wir mit unseren Fahrern in der brütenden
Mittagshitze ein gutes und vielfältiges Mittagessen einnahmen. Dieses richteten
die Fahrer im Kofferraum des Jeeps an. Erwähnenswert sind vor allem die
Wassermelonen, welche uns zum Nachtisch gereicht wurden. Bei San Cristobal
handelt es sich um ein einsames, verschlafenes Dorf, dessen einzige
Sehenswürdigkeit eine Kirche darstellt. In den umliegenden Bergen von San
Cristobal wird von einem japanischen Unternehmen in großen Mengen Gold
abgebaut. Ansonsten gibt es in der näheren Umgebung mit Ausnahme der
Landwirtschaft, wozu die Züchtung von Lamas und die Anpflanzung von Quinoa
zählen, kaum weitere Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung.
Mittagessen in San Cristobal
Folgend ging es gestärkt bis zu unserer
Nachtunterkunft durch die kilometerweite Steppe der Anden. Auf dem Weg dorthin
hielten wir mehrfach an einigen Natursehenswürdigkeiten zu denen interessante
Steinformationen, wie dem berühmten Arbol de Piedra, vier verschiedenen Lagunen
(Flachlandseen) und Vulkanen.
Arbol de Piedra
Panoramabild einer Steinformation
Die Fahrt durch die wüstenähnliche Steppe
verschaffte uns einen detaillierten Einblick in die lokale Fauna. Zu den
beobachteten Tieren gehörten u.a. wilde sowie domestizierte Alpakas, welche
eine Kamelart darstellen und zur Gattung der Vikunja gehören und Anden-Rehe. In
und rund um den Lagunen leben mitunter die drei verschiedene Flamingoarten.
Diese sind der Chile-Flamingo, der Andenflamingo und der Kurzschnabelflamingo,
wobei alle drei Arten gleichzeitig nur in der Laguna de Colorada vorzufinden
sind.
Anden-Reh in der Steppe von Bolivien
Eine der Lagunen
Pelikane in einer der Lagunen
Zu unserer Überraschung mussten wir zusätzlich zu
den Kosten für unsere zweitägige Tour noch eine recht hohe Gebühr für den
‚Eintritt‘ in den Nationalpark zahlen, über den wir zuvor nicht informiert
wurden. Dies vermittelte uns ein wenig das Gefühl der Wegelagerei, da wir im
Prinzip keine Wahl hatten als den verlangten Betrag zu bezahlen. Es gab weder
einen alternativen Weg, noch die Möglichkeit umzukehren, da bereits eine zu
lange Strecke zurückgelegt wurde. Naja, immerhin haben wir noch einen recht
ansehnlichen Stempel für unseren Reisepass bekommen.
Passstempel des Naturparks
Nach rund weiteren 20 Minuten Durchschütteln in
unseren Jeeps durch die Pfade der Anden kamen wir endlich in unserer
Nachtunterkunft an welche sich auf rund 4.400 Meter Höhe befand. Wie erwartet
gab es dort natürlich weder herkömmliche Waschmöglichkeiten noch warmes Wasser,
wodurch wir unsere Hygienemaske aus Staub, Sonnencreme und Salz die Nacht über
aufbehalten durften. Als die ersten Personen versuchten ihr Bett aneinander zu
rücken fiel uns auf, dass diese entweder aus Beton oder Mauerwerk bestehen. Die
darauf aufgelegten Matratzen grenzten für dortige Verhältnisse jedoch schon an
Luxus. An Schlaf war trotzdem für die meisten kaum zu denken, da zwei
Teilnehmer aus unserer Gruppe eiskalt von der gefürchteten Höhenkrankheit
erwischt wurden und so den Rest der Truppe auch wachgehalten haben. So wurde es
in Anbetracht der auf 3:30 Uhr gestellten Wecker eine noch kürzere Nacht als
erwartet. Diese Nacht werden wir nie vergessen.
Jeeps vor der Nachtunterkunft
Aufenthaltsraum der Nachtunterkunft
Nichtsdestotrotz, war die Tagestour für alle ein
unvergessliches Erlebnis, an welches wir uns noch lange erinnern werden. Für
alle Eindrücke der atemberaubenden, bolivianischen Landschaft sind wir mehr als
dankbar und es wurden alle Strapazen mehr als wettgemacht. Wie wir wissen, wird
am Ende alles gut; und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen