Dienstag, 6. Februar 2018

10 - Unsere Tour zum Salar de Uyuni

Montag, der 5.2.2018

von Yannick Löb und Philipp Graßmann

Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht kamen wir gegen halb sechs morgens endlich in Uyuni an. Uyuni ist ein Dorf mit circa 14.000 Einwohnern auf einer Höhe von circa 3.700 Metern. Vom Bus ging es direkt in ein Café, wo wir uns bei einem gemeinsamen Frühstück stärken wollten.
Leider entpuppte sich die Mahlzeit als „Frühstück mit Hindernissen“, da aufgrund mangelnder Organisation des Cafés die Gerichte entweder zu spät oder gar nicht serviert wurden, beziehungsweise teilweise falsch serviert wurden. Nach dem Frühstück putzten wir noch schnell unsere Zähne auf der Straße, cremten uns mit Sonnencreme ein und packten unsere Backpacks auf die Dächer der beiden Jeeps, mit denen es folgend auf eine zweitägige Tour ging. Endlich konnte das Abenteuer beginnen!

Packen der Backpacks auf den Jeep

Unsere erste Station war für die Meisten von uns direkt das absolute Highlight, auf das wir teilweise schon lange gewartet hatten. Endlich ging unser Traum in Erfüllung! Bei diesem Highlight handelt es sich um den Salar de Uyuni, einen riesigen Salzsee von 160x135 km Ausmaß. Im Schnitt gibt es hier auf einer 9 m dicken Salzschicht nur eine Wassertiefe von wenigen Zentimetern. Hierdurch entsteht ein Naturschauspiel vom Allerfeinsten, was sich in einer stark spiegelnden Wasseroberfläche zeigt. Zukünftig werden hier von zwei verschiedenen Unternehmen die Lithiumvorkommen abgebaut, welche sich unterhalb der Salzschicht befinden. Bei den Unternehmen handelt es sich um das bolivianische Unternehmen Comibol sowie das deutsche Unternehmen K-Utec.
Mit den Jeeps ging es in zwei Etappen mitten durch den Salzsee, wo wir reichlich schöne Fotos und lustige Videos machen konnten. Während es sich beim ersten Spot aufgrund der Bergwelt lediglich um einen schönen Hintergrund handelte, konnten wir beim zweiten Spot das Monument der Rallye Dakar sowie das auf dem See befindliche Salzhotel besichtigen. Das Monument ist hier vorhanden, da eine Teilstrecke der Rallye direkt durch den Salzsee führt.

Landschaft des Salar de Uyuni

Jeepfahrt durch den Salzsee

Gruppenbild (1) auf dem Salzsee

Gruppenbild (2) auf dem Salzsee

Das Salzhotel von außen

Das Salzhotel von innen

Gruppenbild vor dem Monument der Rallye Daker

 
Für den nächsten spektakulären Zwischenhalt ging es zum ‚cementerio de trenes‘, zu Deutsch Zugfriedhof, in der Nähe von Uyuni. Hierbei handelt es sich um den weltgrößten Zugfriedhof der Welt, wo circa 100 Lokomotiven und Waggons ihrem Schicksal überlassen wurden. Durch das salzige und zudem trockene Klima werden die Züge nur langsam abgebaut, wodurch Bolivien jährlich viele Touristen für den Besuch gewinnt. Vor vielen Jahren fand über die hier liegende Zugstrecke der Transport von Mineralien und Edelmetallen von den Minen im Landesinneren zur Hafenstadt Antofagasta statt. Zur damaligen Zeit reichten die Grenzen Boliviens noch bis zur Küste, heutzutage gehört dieses Gebiet zu Chile.


Lokomotiven auf dem cerementerio de trenes


Nach einem Fotoshooting ging es weiter zum Bergbaudorf San Cristobal, wo wir mit unseren Fahrern in der brütenden Mittagshitze ein gutes und vielfältiges Mittagessen einnahmen. Dieses richteten die Fahrer im Kofferraum des Jeeps an. Erwähnenswert sind vor allem die Wassermelonen, welche uns zum Nachtisch gereicht wurden. Bei San Cristobal handelt es sich um ein einsames, verschlafenes Dorf, dessen einzige Sehenswürdigkeit eine Kirche darstellt. In den umliegenden Bergen von San Cristobal wird von einem japanischen Unternehmen in großen Mengen Gold abgebaut. Ansonsten gibt es in der näheren Umgebung mit Ausnahme der Landwirtschaft, wozu die Züchtung von Lamas und die Anpflanzung von Quinoa zählen, kaum weitere Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Mittagessen in San Cristobal

Folgend ging es gestärkt bis zu unserer Nachtunterkunft durch die kilometerweite Steppe der Anden. Auf dem Weg dorthin hielten wir mehrfach an einigen Natursehenswürdigkeiten zu denen interessante Steinformationen, wie dem berühmten Arbol de Piedra, vier verschiedenen Lagunen (Flachlandseen) und Vulkanen.

Arbol de Piedra


Panoramabild einer Steinformation

Die Fahrt durch die wüstenähnliche Steppe verschaffte uns einen detaillierten Einblick in die lokale Fauna. Zu den beobachteten Tieren gehörten u.a. wilde sowie domestizierte Alpakas, welche eine Kamelart darstellen und zur Gattung der Vikunja gehören und Anden-Rehe. In und rund um den Lagunen leben mitunter die drei verschiedene Flamingoarten. Diese sind der Chile-Flamingo, der Andenflamingo und der Kurzschnabelflamingo, wobei alle drei Arten gleichzeitig nur in der Laguna de Colorada vorzufinden sind.

Anden-Reh in der Steppe von Bolivien

Eine der Lagunen

Pelikane in einer der Lagunen

Zu unserer Überraschung mussten wir zusätzlich zu den Kosten für unsere zweitägige Tour noch eine recht hohe Gebühr für den ‚Eintritt‘ in den Nationalpark zahlen, über den wir zuvor nicht informiert wurden. Dies vermittelte uns ein wenig das Gefühl der Wegelagerei, da wir im Prinzip keine Wahl hatten als den verlangten Betrag zu bezahlen. Es gab weder einen alternativen Weg, noch die Möglichkeit umzukehren, da bereits eine zu lange Strecke zurückgelegt wurde. Naja, immerhin haben wir noch einen recht ansehnlichen Stempel für unseren Reisepass bekommen.

Passstempel des Naturparks

Nach rund weiteren 20 Minuten Durchschütteln in unseren Jeeps durch die Pfade der Anden kamen wir endlich in unserer Nachtunterkunft an welche sich auf rund 4.400 Meter Höhe befand. Wie erwartet gab es dort natürlich weder herkömmliche Waschmöglichkeiten noch warmes Wasser, wodurch wir unsere Hygienemaske aus Staub, Sonnencreme und Salz die Nacht über aufbehalten durften. Als die ersten Personen versuchten ihr Bett aneinander zu rücken fiel uns auf, dass diese entweder aus Beton oder Mauerwerk bestehen. Die darauf aufgelegten Matratzen grenzten für dortige Verhältnisse jedoch schon an Luxus. An Schlaf war trotzdem für die meisten kaum zu denken, da zwei Teilnehmer aus unserer Gruppe eiskalt von der gefürchteten Höhenkrankheit erwischt wurden und so den Rest der Truppe auch wachgehalten haben. So wurde es in Anbetracht der auf 3:30 Uhr gestellten Wecker eine noch kürzere Nacht als erwartet. Diese Nacht werden wir nie vergessen.

Jeeps vor der Nachtunterkunft

Aufenthaltsraum der Nachtunterkunft

Nichtsdestotrotz, war die Tagestour für alle ein unvergessliches Erlebnis, an welches wir uns noch lange erinnern werden. Für alle Eindrücke der atemberaubenden, bolivianischen Landschaft sind wir mehr als dankbar und es wurden alle Strapazen mehr als wettgemacht. Wie wir wissen, wird am Ende alles gut; und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

Yannick und Philipp

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16 - Ein Wort zum Schluß