Dienstag, 30. Januar 2018

5 - Auf nach Cusco

Dienstag, der 30.1.2018


Die Koffer wurden gepackt und es ging früh weiter in die hochgelegene Stadt Cusco, die Hauptstadt der gleichnamigen Region mit ca. 350T Einwohnern. Die Verkehrsverhältnisse in der Stadt zwangen uns zum frühzeitigen Aufbruch um die peruanische Gelassenheit auszugleichen. Am Flughafen angekommen, wurde uns bewusst das es richtig war frühzeitig aufzubrechen. Die Schlange zum Check-In und die bereits bekannte Gelassenheit der Einheimischen ließen uns nervös werden den Flieger pünktlich zu erreichen. Wie wir aber in Peru lernten, „Am Ende wird alles gut, ist es noch nicht gut, ist es auch nicht zu Ende!“ und so erreichten wir den Flieger pünktlich. Der Flug dauerte eine knappe Stunde, welcher eine atemberaubende Aussicht auf die Anden ermöglichte und wir deshalb kein Auge zutaten.




 

In Cusco auf 3416 Metern angekommen, wurde die Luft deutlich dünner und die Treppenstufen von Stufe zu Stufe anstrengender als gedacht! Mit einem Taxi geht es vom recht ländlichen Flughafen zum Hostel. Dort wurden wir herzlich mit einem Coca-Tee begrüßt, dieser sollte uns helfen die Höhe besser verkraften zu können.  Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, ging es in die Innenstadt um uns „langsam“ zu akklimatisieren.

Der Rundgang startet am Plaza de Armas im Stadtzentrum. Ausgehend von dort, kauften wir zunächst die Tickets um die Inka Stadt Machu-Picchu in den folgenden Tagen besichtigen zu können. Im Anschluss ging es weiter durch das Zentrum der sehr lebhaften Stadt.

Da es inzwischen auf die Mittagszeit zuging, kam Hunger auf. Straßenstände mit Kaktusfeigen und weiteres frisches Obst stillten den ersten Hunger kurzzeitig. Der Stadtrundgang führte uns zur Markthalle Mercado-San-Pedro. In dieser wurden nicht nur sämtliche Obstvarianten sondern auch Kleidung aus Alpacawolle angeboten. Wir verschafften uns einen ersten Überblick über den Markt und griffen zu landesüblichen Köstlichkeiten. Unter anderem gab es Arroz  con  Huevo  Mixto, welches eine staatliche Mahlzeit darstellte und uns für 6 Soles, umgerechnet ca. 1,50€, sättigte. Der Markt war zu teilen gewöhnungsbedürftig für uns und so ging es nach einer kleinen Shoppingtour und diversen Köstlichkeiten weiter Richtung Palacio-de-Justicia.

Nach guten vier Stunden „langsamen eingewöhnen“ an die Höhe, traten ein Teil der Gruppe den Rückweg zum Hostel  an um sich zu erholen. Der Rest der Gruppe wollte noch weitere Teile der Stadt erkunden. Vorbei am 12-Sided-Stone ging es durch verwinkelte Gassen, u.a. durch das Künstlerviertel hoch hinaus zum Sacsaywaman (Aussichtspunkt). Die in dieser Region lebenden Alpakas waren auch in den Gassen während des Aufstiegs zu finden. Die Gunst wurde genutzt um ein persönliches Foto mit einem recht jungen Alpaka auf dem Arm zu ergattern. Der noch ausstehende Aufstieg zehrte an den Kräften der noch verbleibenden Hartgesottenen Teilnehmer der Art, dass auch diese sich vorzeitig geschlagen geben mussten und den Heimweg antraten.

Ein langer, erlebnisreicher und doch sehr anstrengender Tag neigte sich dem Ende zu. Abschließend wurde in der Stadt gemeinsam zu Abend gegessen und zeitig das Bett aufgesucht um Kraft für die folgenden Tage zu sammeln.

Michael Heinen und Bernd Fröhler

Montag, 29. Januar 2018

4 - Bei BASF und der DAHK Peru

Montag, der 29.1.2018
(von Yannick Löb und Philipp Grassmann)


Am heutigen Montag stand nun der erste vollgepackte Tag mit einem Firmenbesuch bei BASF sowie dem Besuch der peruanisch-deutschen Außenhandelskammer an. Aufgrund des zu erwartenden Verkehrs trafen wir uns bereits früh zum gemeinsamen Frühstück. Da wir leider eine Stunde auf unseren heiß ersehnten Kaffee warten mussten und die Taxen bereits warteten, musste dieser leider ausfallen. So machten wir uns etwas müde, aber zumindest ansehnlich gekleidet auf den Weg zu einem der beiden Standorte von BASF Peruana S.E. in Peru, welcher sich im Stadtteil Callao befindet. 
 
Angekommen bei BASF erwartete uns eine freundliche Begrüßung, gefolgt von einer Sicherheitseinweisung, um die hohen Sicherheitsstandards von BASF während der Werksbesichtigung einhalten zu können. Weltweit erwirtschaftet die BASF SE einen EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von rund 6,3 Mrd. US$, was bei einem gleichzeitigen Konzernumsatz von etwa 57,5 Mrd. US$ einer EBIT-Marge von knapp 11% entspricht. Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Branchen durchaus beachtlich. Die besuchte Niederlassung umfasst eine Fläche von lediglich 9.000m² wodurch die räumliche Expansion innerhalb dieses Standortes begrenzt ist. Etwas überrascht hat uns die Tatsache, dass in Callao nur 90 Mitarbeiter für die BASF arbeiten. Diese Zahl untergliedert sich in 29 Mitarbeiter im Bereich Sales und Marketing, 12 Produktionsmitarbeiter sowie 49 weitere Angestellte für die Administration und das Management.
Das Produktportfolio für die peruanische Zweigstelle umfasst hauptsächlich Polymere sowie Komponenten für Reinigungsmittel und Farben für den lokalen aber auch für den restlichen südamerikanischen Markt. Der Fokus bei dem intrakontinentalen Export liegt hierbei auf den Ländern Kolumbien, Ecuador und Bolivien. 

Mit Callao wurde in Bezug auf die Rohstoffe, die zur Leistungserstellung benötigt werden, ein strategisch wichtiger Standort gewählt, da sich hier sowohl ein Seeschifffahrts- als auch ein Flughafen befinden. Hierdurch kann beispielsweise die Versorgung mit Monomeren, welche aus Deutschland und Nordamerika bezogen werden, sichergestellt werden.
Konzernweit verfolgt BASF eine sog. Zero-Impact-Strategie, was konkret eine geringe Umweltbelastung bedeutet. Diese wird in Callao unter der Inanspruchnahme von Subventionen mit fabrikeigenen Wasseraufbereitungsanlagen umgesetzt, wodurch das Grundwasser geschützt werden soll.
 Weiter lässt sich hervorheben, dass der Frauenanteil von BASF Peruana mit 27,7% innerhalb der männerdominierten Chemiebranche und zudem auch konzernübergreifend als recht hoch bezeichnet werden kann. Für die Wartung der verfahrenstechnischen Anlagen wurde eine Auslagerung der Tätigkeiten gewählt, wodurch lediglich ein angestellter Ingenieur für den Bereich Maintenance angestellt ist und so Kosten gespart werden können.
 Im Anschluss an die Unternehmensvorstellung konnte die Produktion unter Führung des Produktionsmanagers besichtigt werden, wo weitere individuelle Fragen beantwortet werden sollten. Es war sehr interessant die verfahrenstechnischen Anlagen zu sehen, jedoch blieben einige Fragen aufgrund von Sprachbarrieren sowie der Einhaltung der Corporate Governance unbeantwortet.

 Vor dem zweiten Termin des Tages ging es für uns in das Centro Empresarial Real, zu Deutsch Unternehmerisches Zentrum, zum Mittagessen und dem lang ersehnten ersten Kaffee des Tages in das Loreta Café, wo sich zur Mittagszeit viele junge Geschäftsleute aus den umliegenden Unternehmen einfinden.

Gruppenbild im Café Loreta

So ging es im Anschluss gestärkt zur peruanisch-deutschen Außenhandelskammer (DAHK) weiter, wo ein interaktiver Informationsaustausch mit der Geschäftsführerin sowie eines deutsch-peruanischen Mitarbeiters der DAHK auf uns wartete. Ziel des Gesprächs mit Frau Wandelt war es, einige geographische, soziokulturelle, politische sowie ökonomische Key Facts über Peru kennenzulernen. Aufgrund ihrer beruflichen Vergangenheit konnte Frau Wandelt zusätzlich den ein oder anderen interessanten Vergleich zu Chile ziehen und erläutern. Abgerundet wurde der Informationsaustausch durch das Aufweisen möglicher Chancen deutscher Unternehmen auf dem peruanischen Wirtschaftsmarkt.

Gruppenbild DAHK
 
Geographisch lässt Peru sich in drei verschiedene Regionen einteilen. Diese sind die Küsten- (costa), die Gebirgs- (sierra) sowie die Regenwaldregion (selva). Letztere macht ca. 85% der Biodiversität der Welt aus und ist somit von enormer Bedeutung. Aufgrund mangelnder staatlicher Präsenz herrschen dort jedoch überwiegend anarchische Regelungen der indigenen Völker, weshalb aus in dieser Region der mit Abstand geringste Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) geleistet wird. Im Vergleich dazu wird der höchste Beitrag von der Bevölkerung in der Küstenregion erwirtschaftet. Das gesamte BIP von Peru beträgt insgesamt 196 Mrd. US-$, was ein BIP pro Kopf von 6.204 US-$ bedeutet. Im Vergleich dazu liegt das BIP in Chile bei 247 Mrd. US-$ (Pro Kopf 13.800 US-$).
Ohne Einfluss auf das BIP ist jedoch der Kokainhandel, wobei hier festzuhalten ist, dass Peru der weltgrößte Exporteur von Kokain ist. Im Bereich des Anbaus von Kokapflanzen und der Produktion von Kokain muss sich dieser Platz jedoch mit Kolumbien geteilt werden.
Im Gegensatz dazu fließen allerdings agrokulturelle Exporte, wie vor allem Kartoffeln und Spargel, in das BIP ein. Erstaunlich ist hier, dass es in der sogenannten ‚Kartoffeldatenbank‘ von Peru über 5.000 registrierte Kartoffelsorten gibt. Beim Spargel handelt es sich vor allem um grünen Spargel, der lediglich für den Export produziert wird und in der peruanischen Küche keinen Anklang findet.
Im direkten Vergleich zwischen Chile und Peru sind große soziokulturelle Unterschiede festzustellen. Während in Peru noch viele Einflüsse, Sitten und Bräuche indigener Völker, wie zum Beispiel der Inkas, herrschen, sind diese in Chile in geringem Maße vorzufinden. Hier wurden viele Ureinwohner durch europäische Einwanderer verdrängt. Im Zuge dessen ist die chilenische Wirtschaft deutlich stärker entwickelt als die Peruanische. Chiles Wirtschaftswachstum beträgt 1,6% p.a., während Peru noch ein stetiges Wirtschaftswachstum von ca. 4% p.a. verzeichnen kann.
Darüber hinaus hat Peru ein deutlich höheres Ressourcenvorkommen, wodurch dem Land große Potentiale zugesprochen werden können. Zu den Ressourcen gehören Kupfer, Eisen, Gold, Silber und Erdgas. Letzteres macht 50% der Energieversorgung aus. Zusätzliche 50% werden durch Windenergie erzeugt. Peru produziert hierdurch sogar einen Energieüberschuss, jedoch ist nicht in allen Teilen des Landes für eine stabile Stromversorgung gesorgt.
Ebenfalls erwähnenswert ist die strategische wichtige Lage Perus für den Schifffahrtshandel der Europäer sowie als Verbindung zwischen Nord- und Südamerika. Des Weiteren wird es auch als „Tor nach Asien“ bezeichnet. Im Zuge dessen kann auch der Handel zwischen Deutschland und Peru erwähnt werden. Deutschland verfügt über eine positive Bilanz im Außenhandel mit Peru, was vor allem auf den Export von Anlagen und Maschinen zurückzuführen ist. Der wichtigste, deutsche Export-Partner von Peru ist Aurubis, welcher vor allem Kupfererz zur weiteren Verarbeitung importiert. Allgemein ist interessant, dass es in Peru fast keine weiterverarbeitende Industrie für Erze gibt, da hier die Margen geringer sind als beim Abbau der Rohstoffe und aus diesem Grund seltsamerweise nur eine Fokussierung auf die Förderung selbiger stattfindet.
Der peruanische Staat verzeichnet einen Fachkräftemangel von ca. 200.000 Mitarbeitern jährlich, welcher auf schlechte Ausbildungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Somit werden viele Mitarbeiter nur unternehmensintern angelernt und verdienen dementsprechend mit rund 1200 Soles pro Monat (ca. 300€) weniger als voll ausgebildete Fachkräfte. Im Gegensatz dazu haben Fach- und Führungskräfte mit akademischem Hintergrund gute Anstellungs- und Verdienstmöglichkeiten.
Die DAHK sieht die größten Geschäftschancen in der Energiewirtschaft, der Logistikbranche, der Infrastruktur, der Agrarwirtschaft sowie im Gesundheitswesen. Wie bereits angedeutet, findet in Peru keine Weiterverarbeitung der Erze statt. Hier gäbe es für deutsche Unternehmen weitere Einstiegschancen.
Interessante Einblicke gab die DAHK zudem in ihre Finanzierung und Budgetierung. Das Budget beläuft sich hier auf circa 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Diese werden durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi; 20%), den Mitgliedschaftsbeiträgen (17%) und Dienstleistungsangeboten im Projektgeschäft (63%) erwirtschaftet. Die Erstberatung ist für deutsche Unternehmen jedoch Kostenlos und wird über die Mittel des BMWi finanziert.
Nach den beiden interessanten Vorträgen ging es für uns zurück ins Hotel, wo wir uns schnell umzogen, um schnellstmöglich zur Strandpromenade zu kommen. Dort schauten wir gemeinsam den wunderschönen Sonnenuntergang, wonach es für uns alle in ein peruanisches Restaurant zum Abendessen ging. Den sehr informativen und erlebnisreichen, wenn auch anstrengenden Tag beendeten wir mit ein paar Bier sowie dem ein oder anderen Pisco Sour in einer Bar direkt neben dem Hotel.


Sonnenuntergang in Lima

Da gehen wir etwas trinken!



3 - Sonntag in Lima

Sonntag, der 28.1.2018
(von Sandra Lamla)




Am nächsten Morgen, nachdem wir wie jeden Tag zusammen gefrühstückt haben, sind wir mit 3 Taxen zum Plaza de Armas gefahren. Hier in Lima gibt es normale Taxen wie auch in Deutschland. Allerdings sollte man sich hier über Uber oder Beat ein Taxi bestellen lassen, da uns von den öffentlichen Taxen mehrfach abgeraten worden ist. Eigentlich war unser Plan am Plaza de Armas eine Parade anzuschauen, die uns am Vortag ein Taxifahrer empfohlen hatte. Leider war keine Parade zu sehen. An Stelle dessen beobachteten wir jedoch den Wachwechsel für den Präsidenten, der jeden Tag an diesem Platz stattfindet. Es war wirklich schön mit anzusehen, als die Wachen auf den Pferden vor dem Regierungsgebäude eintrafen und gemeinsam musizierten. Das ganze Spektakel dauerte ungefähr 45 Minuten.
 
Danach sind wir mit dem Taxi zurück nach Miraflores gefahren, von wo wir über die Strandpromenade bis nach Barranco gelaufen sind. Barranco ist ein Künstler- und Szeneviertel von Lima und wirklich einen Besuch wert. Wenn man vom Strand aus die Treppe hoch nach Barranco geht, kann man die ganze Street Art Kultur entdecken. Ein weiteres Highlight ist die berühmte Brücke ‚Puente de los Suspiros‘, welche das Wahrzeichen von Barranco ist. Es wird gesagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man es schafft, während der ganzen Überquerung der Brücke die Luft anzuhalten. Leider bekamen wir diese Information erst, als wir nicht mehr in Barranco waren, weshalb unsere Wünsche vermutlich nicht in Erfüllung gehen werden. Oben angekommen folgten wir der Empfehlung des Reiseführers ‚Lonely Planet‘ in das Restaurant Isolina. Hier warteten wir eine ganze Stunde auf einen Tisch. Allerdings hat sich das Warten auf Grund des hervorragenden, lokalen Essens richtig gelohnt. Vor allem die peruanische Spezialität Ceviche (roh marinierter Fisch) muss man hier unbedingt probieren.

 

Gesättigt und gestärkt ging es zurück in Richtung Strand, um den Sonnenuntergang zu schauen. Auf dem Weg dahin stießen wir auf einen wundervollen Aussichtspunkt, von dem man die ganze Strandpromenade von Barranco bis nach Miraflores beobachten kann.

 

 

 

Für den zweiten Versuch, die besagte Parade am Plaza de Armas zu begutachten, fuhren wir erneut dort hin. Da wir am Morgen verstanden hatten, das dort ab 19:00 Uhr eine Veranstaltung beginnen sollte, nahmen wir diesen Weg erneut auf uns. Da wir uns doch länger als geplant in Barranco aufgehalten haben, waren wir erst um ca 21:00 dort. Zu diesem Zeitpunkt war die besagte Feier jedoch größtenteils beendet. Leider läuft nicht immer alles wie geplant, doch keinen Grund zur Sorge, wir haben immer einen Plan B in der Hinterhand. Wir schlenderten ein bisschen durch die Straßen des Zentrums von Lima, wo wir eine sehr belebte Straße mit einer Art Nachtmarkt fanden, auf der gesungen, getanzt und so einiges getrunken wurde. So konnten wir diesen tollen Tag voller neuer Erlebnisse und Eindrücke ausklingen lassen.

 

 

 

 

 

So beendeten wir den wunderschönen Tag mit circa 14 km Fußweg, viele Taxifahrten, tollem Essen, einer wunderschönen Aussicht und einer Menge Sonnenbrände.

Samstag, 27. Januar 2018

2 - Lima


Samstag, der 27.1.2018
(von Julia Lippold)


Nachdem bereites der erste Abend etwas später endete, trafen am folgenden Samstagmorgen (in Deutschland bereits Mittags) alle nach und nach zum Frühstück ein. Um in den neuen Zeitrhytmus (+6Std.) und auch die wärmeren Temperaturen (ca. 25 Grad) zu finden, haben wir beschlossen, den ersten vollen Tag vor Ort ruhig anzugehen.

Gegen 10.30h sind wir mit 2 Taxen in den Pueblo Libre District gefahren. Unser Ziel war das Museo Larco, ein privates Museum, das eine enorm große Sammlung präkolumbianischer Kunst beherbergt. Auf dem Weg zum Museum und insbesondere auch beim Museum selber fällt uns auf, wie schön Lima an vielen Orten bepflanzt ist. Überall finden sich kleinere Parkanlagen, die liebevoll gestaltet sind. Auch insgesamt macht Lima einen gepflegten Eindruck. Die Gebäude sind dabei von Viertel zu Viertel sehr verschieden. Die Taxi Fahrten sind alle recht lang, Lima ist weitläufig bebaut, es gibt nicht besonders viele wirklich hohe Gebäude, trotz 9.7 Millionen Einwohnern.

Das Museum hat jeder auf eigene Faust entdeckt. Die Exponate waren vielfältiger Natur: Neben Keramik, Textilien, Skulpturen und Schmuck der unterschiedlichen präkolumbianischen peruanischen Zivilisationen findet man zum Schluss eine Erotik Ausstellung.




Mir hat besonders das Aufbewahrungssystem von Informationen in der Verwaltung der Inka gefallen. Dieses funktionierte anhand von geknoteten Schnüren, genannt Quipus, und ermöglichte durch verschiedene Farben, die Art der Knoten und Abstände zwischen Art des Objektes und Charakteristika von z.B. der ’aufgezeichneten’ Bevölkerung zu unterscheiden. In einem Dezimalsystem konnten sowohl Einer als auch Zehntausender unterschieden werden. Die Buchhalter der Inka wurden quipucamoyocs genannt.




Nachdem alle durch die Ausstellungen gegangen sind, haben wir noch eine Weile im Museumsgarten verbracht. Auch dieser war wunderschön bepflanzt, und liegend in der Sonne auf der Wiese oder im Schatten unter einer großen Blumenpergola ließ es sich sehr gut aushalten.

Als nächstes wollten wir zum Mercado India spazieren. Dies war eine Empfehlung unseres Taxifahrers vom Morgen. Angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass dieser erst am Montag wieder öffnet. In unmittelbarer Nähe fanden sich allerdings weitere Märkte,  und auf dem Gran Mercado Inka konnten bereits die ersten Schätze erworben werden.

Gegen 15Uhr fuhren wir in das historische Zentrum von Lima zum Plaza San Martin, dieser gehört seit 1988 zu den Weltkulturerben der UNESCO. Ausgehend von hier wollten wir Lima nun zu Fuß weiter erkunden.


Gestartet sind wir in eine große Einkaufsstraße, die Jirón de la Unión. Hier haben wir auch eine Möglichkeit für ein Mittagessen gefunden: Stilecht peruanisch: Papas Fritas mit diversen Pieza de Pollo.




Gut gestärkt ging der Marsch weiter zum Plaza de Armas, wo die erste Bierrunde eröffnet werden konnte. Ganz in der Nähe haben wir im Parque de la Muralla einen Blick auf die ursprüngliche Stadtmauer werfen können. Ebenfalls fußläufig erreichten wir den Mercado Central Gran Mariscal Ramón Castilla, ein Markt, der besonders von Peruanern besucht wird.





Eine kleine Shoppingrunde, ein weiteres Bier und einen kurzen Abstecher nach China Town später, setzten wir unseren ausgedehnten Spaziergang zum Parque de la Reserva weiter. Durch eine weitere Taxifahrer Empfehlung wurden wir auf die Veranstaltung Circuito Magico del Aqua Lima aufmerksam und wollten uns dies gerne ansehen. In den Abendstunden sollte hier ein Spektakel aus Wasser- und Farbenspiel in einem großen Park beginnen. Angekommen zahlten wir einen kleinen Eintritt (5 Soles/Person) und gelangten in eine sehr große Parkanlage. Ein Geheimtipp ist dies sicher nicht gewesen, es war extrem voll. 

Zentral waren drei sehr große Brunnen mit vielen Wasserfontänen. Abwechselnd wurden diese in allen Farbnuancen angestrahlt. Obwohl sehr kitschig, war dies in der Tat schön anzusehen. Ein weiteres Highlight haben wir ein Stück weiter im Park entdeckt: Eine Art Mini-Freizeitpark. Ein Teil der Gruppe entschloss sich, ein Fahrgeschäft auszuprobieren. Das ’Kinderkarussell’ (von außen betrachtet) entpuppte sich als Lebend-Schleuder. Die blauen Flecken lassen grüßen, das war es aber wert, denn – lustig war es aber allemal! 





Nach nun fast 10 Stunden Fußmarsch und vielen Eindrücken traten wir gegen 22Uhr den Weg nach Hause an. Da wir mittags wirklich üppig gegessen hatten, holten wir uns, zurück in Miraflores, nur noch im Supermarkt etwas zum Snacken und ein paar Kaltgetränke und ließen den Abend auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen.

Julia Lippold

Montag, 8. Januar 2018

1 - Der Rucksack ist gepackt

Donnerstag, der 25.1.2018
(von Horst-G. Lippold)



Voller Vorfreude auf die kommenden Tage konnte ich am Donnerstag endlich meinen Rucksack packen, nachdem ich mich vorher wochenlang mit letzten organisatorischen Details und Änderungen herumgeschlagen hatte. Meine Sorge war wie immer, etwas zu übersehen oder zu vergessen und das trägt nicht gerade dazu bei, am Vorabend der Abreise gut einzuschlafen.

Das Programm sieht aktuell wie folgt aus:


Tag Datum Standort,      Aktivität
1 Fr., 26.1. Köln         Hinflug nach Lima
2 Sa., 27.1. Lima Kulturprogramm
3 So., 28.1. Lima Kulturprogramm
4 Mo., 29.1. Lima Firmenbesuche BASF, DAHK Peru
5 Di., 30.1. Lima Vormittag Weiterflug nach Cusco,
Kulturprogramm, Akklimatisierung
6 Mi., 31.1. Cusco Weiterfahrt nach Aguas Calientes 
(das Dorf unterhalb von Macchu Picchu)
7 Do., 1.2. Aguas Calientes Besuch Macchu Piccu, Rückfahrt nach Cusco,
nachts Weiterfahrt nach Copacabana/Bolivien
8 Fr., 2.2. Vormittag Ankunft in Copacabana am Titicacasee, frei
9 Sa., 3.2. Copacabana Kulturprogramm
10 So., 4.2. Copacabana mittags Weiterfahrt nach La Paz
nachts Weiterfahrt nach Uyuni
11 Mo., 5.2. Uyuni Tour zum Salar de Uyuni, Übernachtung unterwegs
12 Di., 6.2. Weiterfahrt nach San Pedro de Atacama/Chile,
Ankunft mittags, Kulturprogramm
13 Mi., 7.2. S. Pedro de Atacama  Besuch Alma Sternwarte und Godelius/Calama
anschließend Weiterfahrt nach Iquique
14 Do., 8.2. Iquique Firmenbesuch K+S Chile
15 Fr., 9.2. Iquique Firmenbesuch N.N.  
16 Sa., 10.2. Iquique frei
17 So., 11.2. Iquique frei
18 Mo., 12.2. Iquique 7.00 Uhr Weiterflug nach Santiago de Chile, 
Firmenbesuch Godelius-Konzernzentrale
19 Di., 13.2. Santiago de Ch. mittags Heimflug nach Deutschland
20 Mi., 14.2. Spätnachmittag Ankunft in Köln

Tja, das werden wohl aufregende Tage und kurze Nächte und ich bin wie alle voller Vorfreude auf den morgigen Tag.


In dem Sinne

and if I don´t see You:
good afternoon, good evening and good night

Horst-G. Lippold


P.S. Nachdem der Freitag um halb vier morgens begonnen hat, sind wie mittlerweile nach einem sehr langen und anstrengenden Flug in Lima an- und wieder mal erst gegen ein Uhr nachts (wegen 6 Stunden Zeitverschiebung 7 Uhr zuhause) in´s Bett gekommen. Also alles bestens.
Lima gefällt uns allen übrigens ziemlich gut: eine schöne Stadt am Meer, tolles Wetter, entspannte und sehr freundliche Menschen.

16 - Ein Wort zum Schluß