Mittwoch, 14. Februar 2018

16 - Ein Wort zum Schluß

15 - Santiago de Chile

Montag, der 12.02.2018

von Thomas Berta


Der für uns letzte Tag auf dieser Studienreise, begann mit dem Aufstehen um 04:30. Nach einem kurzen, aber nötigen Kaffee begaben wir uns samt Gepäck mit drei Taxen zum Flughafen von Iquique. Müde und erschöpft waren wir bereits um 07:00 Uhr im Flugzeug und durften einen wunderschönen Sonnenaufgang aus dem Flieger betrachten. Das Ziel unserer letzten Etappe hieß Santiago de Chile und ist 2 Flugstunden von Iquique entfernt

 Santiago ist die Hauptstadt von Chile in der etwa 5-6 Millionen Einwohner leben. Die Stadt, so heißt es, soll von einer tollen, lebhaften Atmosphäre geprägt und traumhaft gelegen sein. Eine Stunde fahrt in eine Richtung und man gelangt zum Meer und Stränden. Eine Stunde in die andere Richtung und man gelangt zu den 5000er Bergen in den Anden, wo man Ski fahren kann. Für uns alle klang das mehr als interessant und waren umso mehr begeistert als wir dann um 09:00 in der Hauptstadt Chiles gelandet sind.

Zunächst mussten wir uns auf den Weg zum Hotel machen. Über Bus und Metro Stationen hinweg waren wir im Hotel angekommen, woraufhin wieder die Hektik ausbrach. Schnell schick machen, feine Sachen anziehen und raus aus dem Hotel. Unser für diese Reise letzter Firmenbesuch stand an. Wir besuchten gegen Mittag die Firma Godelius. In einem modernen Bürogebäude wurden wir empfangen und ein Ingenieur des Unternehmens erzählte von der Firma, deren Tätigkeitsfeldern und beantwortete anschließend Fragen unserer Gruppe.

Godelius ist Unternehmen unter dem Dach einer größeren Firma namens Eanex. Eanex stellt Sprengstoffe für Kupferminen in Chile her. Daher befindet sich Godelius natürlicherweise in einem ähnlichen Bereich. Godelius plant, steuert und stellt das Management zur Entwicklung und Produktion von Minenrobotern dar. Ein Team von nur 20 Mitarbeitern entwickelt seit mehreren Jahren Lösungen für den Kupferminenabbau, welcher durch den Einsatz von Sprengkörpern in mehreren Tonnen pro Mine für sämtliche Arbeiter im Minenbereich höchst gefährlich ist. Mehr als häufig kommt es in Chile zu tragischen Unfällen. Abhilfe beim Sprengstoff legen und zünden sollen die Roboter von Godelius schaffen, welche mit Allrad-Antrieb, menschenähnlichen Armen und Händen sowie Kameras zur Fernsteuerung für diese Aufgabe bestens geeignet sind. Wir durften sogar zwei solcher Roboter sehen und uns von der Ingenieurskunst begeistern lassen.

Zum Abschluss des Firmenbesuches wurden nochmals Fragen beantwortet und sich von einander verabschiedet. Im Anschluss ging es darum zu klären wie wir den restlichen Nachmittag und Abend in Santiago verbringen sollen. In der brüllenden Hitze von mehr als 30 Grad beschlossen wir im Mercado Central Essen zu gehen. Wir fanden ein schönes Restaurant, welches für Meeresspezialitäten bekannt ist. Eine breite Palette an Fisch und Meeresfrüchten durften wir uns nicht entgehen lassen und haben es sehr genossen. Nach dem köstlichen Mittagessen beschlossen wir in der Abendsonne einen Aussichtspunkt auf einem Berg mit Blick auf die Skyline von Santiago zu erklimmen. Dazu spazierten wir durch das künstlerische Ausgeh-Viertel Bellevista. Südamerikanisches Temperament wird vor allem dort durch schöne Cafés, Restaurants und Streetart deutlich. Nach kurzen Kaffee- und Eis-Zwischenstopps machten wir uns weiter auf den Weg zum Aussichtspunkt. Dort angekommen wurden wir jedoch bitter enttäuscht. Sicherheitspersonal und die örtliche Feuerwehr machte uns bei der Ankunft deutlich, dass im Bereich des Aussichtspunkts ein Feuer ausgebrochen ist und keine Besucher mehr durchgelassen werden. Daher blieb uns leider der Blick auf die Skyline verborgen. Wir entschlossen dennoch das Beste aus der Situation zu machen und spazierten gemütlich weiter durch das Viertel Bellavista zum Stadtzentrum, um noch die letzten Atemzüge in Südamerika aufzunehmen.

Am Abend kamen wir schlussendlich wieder in unserem Hotel an und genossen den letzten Abend und die Gemeinsamkeit der Gruppe bei einem kühlen Bier auf der Terrasse des Hotels. Es wurden die in die dieser Reise gewonnenen Erinnerungen nochmal revue-passieren gelassen und viel gelacht. Für den kommenden Morgen bedeutet für uns den tatsächlichen Abschied von Santiago und damit auch unserer Studienreise 2018.

Donnerstag, 8. Februar 2018

14 - Lazy Days in Iquique

08.-12.02.2018

von Sandra Lamla und Jürgen Zender

Ab jetzt heißt es dann Freizeit und endlich entspannen in Iquique. Das war auch wirklich nötig nach den letzten Tagen, die voll mit Programm waren. Iquique ist eine Hafenstadt im Norden von Chile mit ca. 183997 Einwohnern. Nachdem wir ausreichend gefrühstückt haben sind wir alle gemeinsam zum Strand gegangen. Von unserem Hotel ist der Strand „Playa Brava“ fußläufig in 2 Minuten zu erreichen.

Dort angekommen haben wir uns gewundert warum dieser Strand so unbesucht war. Letztendlich stellte sich heraus, dass es nicht gestattet ist, an diesem Strand ins Wasser zu gehen, da es aufgrund der Strömung und den riesigen Wellen zu gefährlich ist. Relativ schnell wurde es vielen zu heiß in der Sonne und die ersten machten sich auf den Weg zurück ins Hotel. Nachdem sich am frühen Nachmittag wieder alle eingefunden hatten, machte jeder mal worauf er Lust hatte.

Ein Teil der Gruppe ging zum Mercado Centenario. Ein kleines altes Markthaus mit einheimischen Obst und Gemüse, sowie diversen Imbissen an denen man köstlichen, frischen Fisch essen kann. Der andere Teil der Gruppe machte einen großen Spaziergang vom Hotel aus bis zum Playa Cavancha, auf der Suche nach dem Stadtzentrum. Leider mussten wir feststellen, dass es in Iquique kein typisches Stadtzentrum gibt. Alle Spots der Stadt sind auf viele verschiedene Ecken verteilt.

Der Playa Cavancha ist der Hauptbadestrand von Iquique. Hier ist das Schwimmen dann auch erlaubt. Allerdings ist dieser Strand wirklich voller Touristen und einer Menge Strandverkäufer.

Abends, nachdem langsam wieder alle im Hotel eingetroffen sind, gingen wir gemeinsam noch das ein oder andere Bier trinken, um diesen wunderschönen Tag ausklingen zu lassen.

Den zweiten Tag unserer "Lazy Days" in Iquique starteten wir wieder mit dem uns von den Vortagen bekannten Frühstück bestehend aus Brötchen, Käse und Marmelade sowie Kaffee und einem sehr süßen, grünen Fruchtnektar.

Danach verbrachten wir den Tag auf unterschiedliche Weise. Teilweise gab es für einige nach einem selbst zubereiteten Mittagessen eine ausgiebige Siesta und entspannte Stunden im Hotel. Das Mittagessen bestand aus einem frischen Obstsalat, einer selbstgemachten Guacamole und dem schmerzlich beim Frühstück in den letzten Tagen vermissten Rührei sowie Brot.
Andere wiederum verbrachten den gesamten Tag am Playa Cavancha. Dieser Strand ist einer der beliebtesten in der Gegend. Miami lässt grüßen: Surfer, Seelöwenshow und Spielkasino. Der Strand ist von einer schönen Strandpromenade, Palmen, Parks, einem Aquarium und einem Wasserteich, in dem die Seelöwenshow abgehalten wird, umgeben. Dank der großen Wellen ist es am nördlichen Ende von Cavancha möglich, verschiedene Wassersportarten wie Surfen, Segeln und Wasserski zu praktizieren. Hier konnten wir im Wasser bei den genannten stürmischen Wellen nochmal die fulminante Kraft des Pazifiks erleben. Die Erfrischung tat insbesondere aufgrund der hohen Temperaturen von ca. 30 Grad Celsius besonders gut und man fühlte sich wie neugeboren, nachdem man aus dem Wasser kam. Von einem ruhigen Strandabschnitt kann man bei diesem Strand indes nicht reden. Es ist der einzige Strand in Iquique, an dem das Schwimmen erlaubt ist. Dementsprechend war auch sehr viel Betrieb, gerade auch weil Samstag war. Zudem laufen kontinuierlich die Strandverkäufer am Strand entlang und preisen lautstark ihre zu verkaufenden Waren an. Dabei handelt es sich unter anderem über süße Sachen zum Essen wie Berliner, frisches Obst und herzhafte, landestypische Spezialitäten. Hier hat uns besonders die chilenische Variante des Sushis sehr begeistert. Diese besteht aus dem bekannten klebenden Reis, Pollo (natürlich muss im chilenischen Sushi Hähnchen enthalten sein), Lauch und Frischkäse. Der Reis ist dabei von einer Panade umwickelt. Für 1000 Pesos (ca. 1,40 €) war dieser Snack auch relativ preiswert.

Trotz der etwas lauteren Umgebung war es ein sehr schöner und entspannter Strandtag mit einem herrlichen Ausblick auf die hinter Iquique liegenden Berge der Atacama Wüste, den Hochhäusern der Stadt, der sehr schönen Strandpromenade inklusive Palmen und den pazifischen Ozean. Wie bereits angesprochen ein bisschen Miami-Flair in Chile.

Für das Abendessen haben wir uns dann etwas Besonderes einfallen gelassen. Mit der gesamten Gruppe wurde an einem ruhigen Strand (5 min von unserem Hotel entfernt, hier darf man allerdings wegen der gefährlichen Strömung und Wellen nicht schwimmen) ein Barbecue mit Einweg-Grills beim Sonnenuntergang veranstaltet. Es wurden Rindersteaks gegrillt, welche wir selber "vom Stück" in die gewünschte Breite geschnitten haben. Des Weiteren gab es gegrillte Gemüse-Spieße, Würstchen, Olivenbrot, Ofenkartoffeln aus dem Grill und eine Variation an diversen Dips. Herr Lippold hatte sich zudem mittags auf dem Markt frischen Fisch gekauft, den er sich dann ebenfalls gegrillt hat.

Rückblickend war es ein sehr leckeres Abendessen an einem idyllischen Ort. Der Sonnenuntergang hat das seinige dazu beigetragen.

Danach ließen wir den Abend bei ein paar Cervezas am Strand gemütlich ausklingen. Ein paar von uns machten später auch noch einen Abstecher in eine am Strand gelegene Cocktail-Bar und ließen sich Mojitos mit Meerblick schmecken, bevor es dann für die letzten zur späten bzw. schon wieder frühen Stunde ins Bett ging.

 

Nachdem der Großteil der Gruppe aufgrund des gestrigen Abends viel länger geschlafen hat als das  Frühstück ging, startete unser Tag erst relativ spät.  Also machte sich erstmal so gut wie jeder auf die Suche nach etwas zum Essen. Ein Teil der Gruppe ging frühstücken und spielte im Anschluss Gemeinschaftsspiele. In meinem Teil der Gruppe ging es erstmal zu Dominos (Pizzeriakette), um dort eine Pizza zu frühstücken. Gesättigt und gestärkt spazierten wir wiedermal über den Playa Cavancha bis zum Plaza Prat. Dort kann man einige Sehenswürdigkeiten von Iquique begutachten. Unter anderem das Teatro Municipal und den Torre del Reloj. Einige Stellen hier erinnerten ein wenig an eine Stadt im Wilden Westen.

Abends zurück im Hotel angekommen gingen wir gemeinsam zum Supermarkt um Brot, Aufschnitt um Dips zu kaufen.  Da wir ein Zimmer mit großem Balkon hatten haben wir uns hier alle versammelt und zu Abend gegessen. Heute ging es dann etwas früher zu Bett, da wir morgen um 7:00 den Flieger nach Santiago de Chile bekommen mussten.
 





 

13 - Bei K+S-Chile

Weiberfastnacht, der 8.2.2018

Besuch bei K+S in Iquique

von Bernd Fröhler und Michael Heinen

Trotz des engen Zeitfensters fiel das Frühstück mit frischen Brötchen, Kaffee und Saft gegen 7:30 Uhr relativ üppig aus, so konnte der Tag beginnen. Im Anschluss an das Frühstück, starteten wir die Fahrt zur K+S AG (Kali und Salze). Entlang des Küstenstreifens türmte sich zur linken mehrere hundert Meter hoch das Gebirge der Anden und zur rechten der Pazifik. Der traumhafte Ausblick bei sonnigen Temperaturen und blauem Himmel lies die einstündige Fahrt im nu vergehen. Von weitem konnte man die Verlademöglichkeiten Schiffseitig am Küstenufer erkennen. Diese liegen in einer Bucht geschützt von südlich aufkommenden Wellen.
Bei K+S angekommen, wurden wir freundlich von Herrn Münzenmayer auf Deutsch empfangen, welcher extra für uns aus Santiago eingeflogen ist. Durch seine familiäre Abstammung konnten wir uns größtenteils auf deutsch unterhalten. Die Tagesplanung sah einen langen Firmenbesuch vor, welcher uns in keinster Weise enttäuschen sollte.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es mit einer Sicherheitsunterweisung weiter, diese brachte doch einige Besonderheiten mit sich, da sich diese in drei Teilbereiche aufteilte. Es wurde die Mine, die Produktion und der Hafen im Einzelnen erläutert und auf mögliche Gefahren hingewiesen.
Nach einer ersten Fragerunde, welche nicht mehr abreißen wollte, ging es sofort zum Hafen. Dort angekommen erhielten wir die noch benötigte persönliche Schutzausrüstung um mit einem Kleinboot die Beladezone der Schiffe vom Wasser aus zu besichtigen. Nicht nur Helm, Sonnenbrille und Warnweste, sondern auch Sonnencreme (LV-50) und Schwimmweste vervollständigten die Ausrüstung für die kleine Hafenrundfahrt. Nachdem das zu beladene Schiff umrundet war, ging es zur zweiten Ladezone, welche zur diesem Zeitpunkt nicht genutzt wurde. Die weitere Fahrt bei blauem Himmel ging bis zur Einfahrtsschneise der Bucht, in welcher sich auf der Felslandschaft Seelöwen und Pinguine tummelten. Nach dieser zu Beginn unerwarteten und eindrucksvollen Rundfahrt ging es zurück an Land um in Richtung Mine, welche über Tage liegt, aufzubrechen.

Frachter im Hafen von K+S

Seelöwen im Hafen von K+S 

Pinguine im Hafen von K+S
 
Die Anfahrt zur nahegelegenen Mine führte ca. 27km über die Bergkette in das Landesinnere, wobei die Straßen mit Salzresten den ständigen LKW-Verkehr nicht verbergen konnten. Das Salzvorkommen erstreckt sich in der Mine über eine Länge von 45km bei einer Breite von 4km und einer Dicke von ca.100 Metern in verschiedenster Salzqualität. Die Reinheit des Salzes liegt bei bis zu 98% vor, was eine Nachbehandlung nach dem Abbau erübrigt. Im Vergleich dazu, liegen in anderen Abbaugebieten die Salzvorkommen in einer Tiefe von bis zu 700 Metern unter der Erde und müssen dort mit deutlich höherem Aufwand untertage abgebaut werden.

Im Jahr werden bis zu 7.000.000 Tonnen Salz gefördert und in sechs Qualitäten eingeteilt. Die Gesamtmenge teilt sich in verschiedene Sparten auf, wobei ca. 4 Millionen Tonnen als Auftausalz genutzt, 1,4 Millionen Tonnen Anwendung in der Chemie finden und ca. 1 Millionen Tonnen als Konsumsalz vertrieben werden. Das Salz wird durch ständig pendelnden LKW-Verkehr von der Mine in den Hafen transportiert. Die oben aufliegende schlechtere Salzqualität wird in teilen in der Mine umgeschichtet und bei Bedarf in den Hafen transportiert und als Auftausalz verkauft. Die angelieferten Salzmengen werden im Hafen ihrer Qualität entsprechend zwischengelagert und nach Kundenauftrag verladen.

Panoramabild der Mine von einem Aussichtspunkt

Die Mine "von oben"
 
Gruppenbild in der Mine von K+S
Mini-Gruppenfoto in der Mine von K+S
Zu unser aller Begeisterung konnten wir nach der Besichtigung der Mine die Sprengung eines Teils der Salzwand live miterleben! Der Besuch wurde so getaktet, dass uns dieses allwöchentliche Event nicht vorbehalten wurde. So wurden in Bruchteil einer Sekunde ca. 45.000 Tonnen Salz aus der Wand gesprengt. Da das Salz ohne Sprengstoffreste vorliegen muss, wird mit einer Lunte gearbeitet die beim zünden vollständig und rückstandslos verbrennt.
Sprengung der Mine von K+S:

 
 
Im Anschluss an die Sprengung konnten wir Einblicke in die Verarbeitung des teils noch bis zu einem Meter großen Salzbruches erhalten. Die Backenbrecher und die nachgeschalteten Siebanlagen klassieren das Produkt. Das Produkt wird in Siloanlagen zwischengelagert und mit LKWs bei Bedarf geladen und zum Verladeplatz im Hafen transportiert. Das dabei aufkommende Feinsalz wird ausgeschleust und der Mine zurückgeführt, da für dieses kein Bedarf besteht. Das gesamte Werk umfasst ca. 150 eigene Mitarbeiter und bis zu 1000 externe Kontraktoren. Darunter fallen unter anderem die Pendelfahrten der LKWs welche saisonal in ihrer Anzahl und Bedarf variieren können.

Brecher und Siebe der Mine
Bedingt durch das Produkt liegt ein hoher Verschleiß der Anlagen vor. Die Instandhaltungskosten liegen dabei ca. 12 Millionen $ im Jahr, dabei liegt eine sehr hohe Verfügbarkeit der Anlagen zu Grunde.
Gegen 14:30 durften wir die hauseigene Kantine nutzen und uns mit regionalem Essen stärken. Das Essen wird den Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieses Extra macht die Arbeit bei K+S für Arbeitnehmer attraktiver. Der Produktionsbetrieb läuft 7 Tage die Woche bei 24 Stunden. Hier besteht der Vorteil, dass die Mitarbeiter nach ihrer Schicht zu ihren Familien können und nicht wie anderen Bergbaubetrieben vor Ort bleiben müssen.
Im Anschluss an das wohltuende Essen, wurden wir durch die Verladeanlagen der Werft geführt. Die Anlagen haben eine Förderleistung von 1800-2000 Tonnen pro Stunde um die anliegenden Schiffe schnellstmöglich zu beladen. Die Anlagen verfügen über ein Notstromsystem, um selbst bei Netzausfall die Beladung fortzusetzen um so kostspielige Wartezeiten zu vermeiden.

Abschließend erhielt jeder einen Salzkristal welcher mit Dank und Freude von jedem angenommen wurde. Ein langer und ereignisreicher Tag bei K+S endete gegen 16:30 Uhr mit großem Dank und interessanten Einblicken in den Salzabbau in Chile.
Nach der Rückkehr im Hotel und einer kurzen Verschnaufpause schlenderten wir gemeinsam entlang der weitläufigen Strandpromenade von Iquique dem Sonnenuntergang entgegen. Abschließend aßen wir am Playa Brava gemeinsam zu Abend und ließen so den spannenden Tag ausklingen.

12 - In der Alma-Sternwarte

Mittwoch, der 7.2.2018

Besuch der ALMA Sternwarte

Am heutigen Mittwoch, dem zweiten Tag im warmen San Pedro de Atacama, sollte für uns zunächst am Morgen der Besuch der weltbekannten Sternwarte „Alma“ auf dem Plan stehen, bevor es anschließend weiter in die nordwestliche Küstenstadt Iquique ging. 

Mit gepackten Koffern trafen wir uns um halb 8 zu einem kurzen gemeinsamen Frühstück in unserem Hostel. Keine 30 Minuten später, traf bereits unser Fahrer ein, der uns mitsamt Gepäck mit einem gecharterten Bus abholte, zur Sternwarte fuhr und uns anschließend wieder mit nach San Pedro nahm, wo er uns am Bus-Terminal zur Weiterfahrt in Richtung Iquique absetzte.

Ausreichend gestärkt und voller Vorfreude trafen wir um ca. 08:45 Uhr an der Forte der Sternwarte ein. Diese liegt sehr separiert in einem riesigen Areal in der trockenen chilenischen Atacama Wüste, in einer Höhe von rund 2900m.

Aussicht von der Basis der ALMA Sternwarte
Uns erwartete zunächst eine kurze Einführung der Kommunikationsmitarbeiterin, die uns einige allgemeine Informationen mitteilte. Anschließend wurden wir vom Manager of Duty Norikazu Mizuno in einer Power Point Präsentation detailliert über die Arbeitsweise des Observatoriums unterrichtet. Abschließend besichtigten wir die Labore sowie den Außenbereich mit einigen Radioteleskopen, die sich zur Wartung im Bereich der Base befanden. Dort konnten wir zudem die beeindruckenden Transportfahrzeuge bestaunen.
 

Gruppenbild vor einer der Antennen
 
Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist ein internationales Radioteleskop-Observatorium in den nordchilenischen Anden. Seine Antennenanlage besteht aus 66 mobilen, ausrichtbaren Parabolantennen, mit Durchmessern von 12 m oder 7 m, die über Entfernungen von bis zu 18,5 km verteilt werden können und zu einem Interferometer-Radioteleskop zusammengeschaltet werden. Insgesamt stehen 220 Stationen zur Verfügung, auf denen die unterschiedlichen Teleskope positioniert werden können. Ein Teleskop wiegt ca. 100 bis 110 Tonnen. Die Formation der Teleskope ändert sich alle drei Monate. Die Umpositionierung eines Teleskopes dauert einen Tag. Die Kosten je Radioteleskop belaufen sich auf ca. 10 Mio. USD. Die Antennen befinden sich bei San Pedro de Atacama, in der Chajnantor-Hochebene, in mehr als 5000 m ü. N.N., wo die dünne und extrem trockene Erdatmosphäre für Radiowellen besonders durchlässig ist. Die Temperaturen liegen im Bereich von -15° C bis 18° C. Beobachtungsobjekt ist die kalte interstellare Materie, zur Erforschung der Stern- und Planetenentstehung. Es ist das größte und teuerste erdgebundene Radioteleskop der Welt, das in einer internationalen Kooperation gebaut wurde und von ESO, AUI/NRAO und NAOJ gemeinsam betrieben wird. Die Radioteleskope verteilen sich zu je 25 aus Europa und Nordamerika sowie 16 aus Asien.
Das Observatorium wurde im Zeitraum von 2003 bis 2013 stetig weiterentwickelt. Das Land Chile stellte die Fläche unter der Bedingung, dass 85 % der Mitarbeiter chilenischer Herkunft sind und 10 % der Gesamtkapazität für chilenische Projekte reserviert werden. Zu Beachten ist das die gesamte Sternwarte nicht an das Chilenische Stromnetz angeschlossen ist, sondern sich komplett eigenständig, u.a. mit Geothermie und anderen Verfahren, versorgt.

Insgesamt arbeiten bei ALMA 250 Mitarbeiter. Diese verbringen aufgrund der isolierten Lage acht Tagesschichten in der Sternwarte und darauf folgen sechs Tage Freizeit. Zu den acht Tagessschichten zählen jeweils der Tag der An-und Abreise, deren Kosten von der Organisation getragen werden. Diese Konstellation erlaubt es damit auch Mitarbeitern aus unterschiedlichen Landesteilen bei ALMA zu arbeiten. Während der Tagesschichten leben die Mitarbeiter in einem voll ausgestatteten Bungalowdorf. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter liegt bei lediglich 5 %. Grund dafür ist die Tatsache das sich ein Arbeits- und Familienleben nur schwer vereinbaren lässt, da bspw. keine Kinderbetreuung angeboten wird.
 
Gruppenbild im Wartungszentrum

Das Observatorium ist offen für Astronomen aus aller Welt. Da die Anzahl der Anfragen für Untersuchungen an der ALMA Sternwarte sehr hoch ist, werden diese nach ihrem wissenschaftlichen Wert gerankt. Dementsprechend wird gewährleistet, dass jene Untersuchungen mit einer hohen wissenschaftlichen Bedeutung bevorzugt behandelt werden. Alle Untersuchungen beruhen auf eigens erhobenen Daten, die anschließend in Santiago de Chile analysiert werden und den internationalen Kooperationspartnern von dort aus zur Verfügung gestellt werden. Der analysierende Astronom erhält für ein Jahr das exklusiv Zugriffsrecht auf die Daten, anschließend werden diese in einer „öffentlichen“ Bibliothek bereitgestellt.
Wie bereits eingangs erwähnt stehen die Teleskope in der Chajnantor-Hochebene in einem Umkreis von 18,5 km. Dieser Bereich ist nicht eingezäunt, wird aber rund um die Uhr von Personal überwacht. Jeden Tag sind 30 bis 50 Techniker und Ingenieure mit Wartungen der Antennen beschäftigt. Aufgrund der klimatisch schwierigen Bedingungen und der dünnen Höhenluft, gibt es spezielle Arbeitszeitvorschriften.

·         Tag 1: 4 h

·         Tag 2: 6 h

·         Tag 3: 8 h

Das hohe Gewicht der Radioteleskope, die engen Serpentinen sowie die hohen Anforderungen an die Positionierungsgenauigkeit erfordern spezielle Transportfahrzeuge. Im Zuge dessen wurden uns Otto und Lore vorgestellt.
 
Gruppenbild vor "Lore"

Die 670 PS starken Spezialmaschinen stammen vom deutschen Hersteller „SCHEUERLE“ und sind mit Antrieben der Firma „DEUTZ AG“ ausgerüstet. Ohne Last erreichen sie eine Geschwindigkeit von bis 25 km/h, während des Transportes eines Radioteleskopes stattdessen nur 7-10 km/h. Das bedeutet das der Transport von der ALMA Base auf 2900 m bis in die Chajnantor-Hochebene auf 5000 m 7/8 h dauert. Es gibt bei ALMA nur vier Mitarbeiter die Otto und Lore bedienen und fahren können, diese wurden speziell vom Hersteller angelernt. Außerdem können die Maschinen remote gesteuert werden.

 
Radioteleskop mit 8m Durchmesser
 
Radioteleskop mit 12m Durchmesser

Der Besuch der ALMA-Sternwarte war für uns alle sehr interessant und besonders, da dies eine einzigartige Gelegenheit war, eine Sternwarte dieser Größenordnung zu besichtigen. Die außergewöhnliche Lage in der Atacama-Wüste sowie die uns offenbarten technologischen Möglichkeiten waren beeindruckend. In diesem Zusammenhang bleibt zum Beispiel zu erwähnen, dass die Astronomen mittels der Radioteleskope dazu in der Lage sind, eine 1 € Münze auf dem Mond zu erkennen.

 Nach dem Besuch der Sternwarte, der ca. um 11 Uhr endete, fuhren wir, wie zuvor erwähnt, zurück nach San Pedro. Von dort aus nahmen wir einen Bus, der uns nach Calama brachte. Dort hatten wir einen rund zweistündigen Aufenthalt, den wir dazu nutzten, uns in einem kleinen Restaurant für die Weiterfahrt nach Iquique zu stärken. Um 16:30 Uhr ging es mit dem Fernbus weiter, sodass wir um 23 Uhr, nach einer kräftezehrenden und schweißtreibenden Fahrt final im nordwest-chilenischen Iquique ankamen.

Dienstag, 6. Februar 2018

11 - Unser Weg nach San Pedro de Atacama

Dienstag, der 06.02.2018

von Christoph Hermes

Es ist 3:45Uhr und der Wecker klingelt, wir liegen mit insgesamt zwölf Personen aufgeteilt in zwei sechser Zimmern in einer spärlich eingerichteten Unterkunft auf 4250 Höhenmetern. Nach einer kurzen Nacht mit sehr wenig Schlaf heißt es nun aufstehen, eine kurze Katzenwäsche mit kalten Wasser, da Duschen hier leider nicht vorhanden sind, um pünktlich um 4 Uhr zum Frühstück zu erscheinen. Das Frühstück bestand aus Instant Coffee, Tee, Marmelade und kalten Pancakes. Kein Luxus, aber genug um gestärkt zur vorgesehenen Zeit um 4:30 Uhr mit unseren vollgepackten Jeeps dem Sonnenaufgang entgehen zu starten.

Leider verzögerte sich unsere Abfahrt etwas, da bei zweien von uns Symptome der Höhenkrankheit auftraten, mit denen nicht zu Spaßen ist und wir den weiteren Ablauf der Tour nochmals durchdenken mussten. Schlussendlich konnten wir jedoch eine Stunde später als geplant gegen 05:30Uhr in Richtung Sonnenaufgang starten. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, sodass uns bei leichtem Regen und wolkenverhangenem Himmel das Spektakel eines unvergesslichen Sonnenaufgangs leider verwehrt blieb.

Dennoch erreichten wir nach gut einer Stunde Fahrzeit die erste naturelle Quellen des „Sol de Manana Geyser“, welche sehr warm und stark beschleunigt hervor strömen. Diese Quellen stammen vom Vulkan Manama, der auf 4900m über NN angesiedelt ist.

Naturelle Quelle des Vulkans "Sol de Manana Geyser"
 
Außerdem sahen wir dort große schwarze Wärme-Pipelines, die einer Kompanie aus Japan zuzuordnen sind, die sich mit Geothermie beschäftigt. Gegen 7Uhr erreichten wir dann mit unserer kleinen Kolonne die Station in Potosí. Hier hatten wir 45min Aufenthalt und neben einem Bergsee auch die Möglichkeit gegen eine Zahlung von 6Bs (ungefähr 0,75 €) in zwei künstlich angelegten Pools, ebenfalls aus Vulkanquellen, zu baden. Die Temperatur lag bei angenehmen 30-35 Grad Celsius und war eine Wohltat für die Füße einiger unser Teammitglieder. Auf unserem weiteren Weg sahen wir einen Bergsee, in dem der Flamingo „James“ beheimatet ist und den zurzeit nicht aktiven Vulkan „Salvatore de Haare“.

Heiße Vulkanquelle in Potosi
 
Unser nächster Zwischenstopp war dann die 17km² große „La Laguna Verde“. Neben einer beeindruckenden Gebirgslandschaft mit Bergen bis zu 4350m Höhe, durften wir außerdem den 5919m hohen Vulkan „Licancabur“ bestaunen.


Panorama der Laguna Verde

Auszüge der schönen Gebirgslandschaft

Dieser liegt direkt an der Grenze zu Chile und an der Spitze herrschen Temperaturen von bis zu -30Grad Celsius. Anschließend passierte, was unserer Meinung nach passieren musste, da den Jeeps auf der Strecke täglich einiges abverlangt wird. Eine 50 min Zwangspause aufgrund einer Autopanne. Aber alles halb so wild, auf den Touren in Bolivien herrscht das Prinzip „jeder hilft jedem“. So auch in unserem Fall, sodass wir unseren Weg Richtung San Pedro de Atacama fortsetzen konnten und die Grenze gegen 9:35Uhr erreichten. Dort angekommen erwartete uns eine Schlange von ungefähr einer Stunde. Da die erste Jeep Besatzung aber schon etwas länger am Ziel angekommen war und die Passkontrolle hinter sich sowie das Gepäck schon eingeladen hatte, setzte unser Busfahrer seine Freunde und Bekanntschaften ein und erledigte die Passkontrolle (Ausreise aus Bolivien) kurz und knackig auf seine Weise.


Warteschlange am Grenzübergang Bolivien - Chile

Gegen 11:10Uhr starteten wir dann mit meinem 18 Sitzer in Richtung San Pedro de Atacama mit 4000 Einwohnern über wundervoll ausgebaute Straßen und erreichten die Passkontrolle zur Einreise in Chile nach ungefähr 50min Fahrzeit bei einer Strecke von 42km. Rückblickend auf die Straßenverhältnisse in Bolivien, kann man hier von einer schnellen und gemütlichen Fahrt sprechen. Dann noch schnell eine Pass- und Gepäckkontrolle hinter uns gebracht und auf schnellstem Wege in unsere Unterkunft, das Hostal „Casa Flores“, welches wir gegen 13:15Uhr erreichten. Anschließend erfreuten sich meiner Meinung nach alle Beteiligten über die warmen Duschen und akklimatisierten sich mit den neuen Umgebungstemperaturen, die an diesem Mittag bei drückenden 39 Grad lagen. Möglicherweise liegt das an der Nähe zur Atacama- Wüste welche die trockenste Wüste der Welt ist. Anschließend haben wir die Stadt San Pedro de Atacama (2300NN) in kleinen Gruppen erkundet, Kleinigkeiten gegessen um uns anschließend gegen 20:30Uhr in unserer Hostellobby zu versammeln um anschließend ein gemeinsames Abendessen im Restaurant „Las Delicias de Carmen“ (nach Empfehlung aus dem Reiseführer Lonely Planet) zu genießen.

Gemeinsames Abendessen im Restaurant "Las delicias de Carmen"

Das Restaurant hielt was uns der Reiseführer versprochen hatte und lieferte uns köstlichste Essen aus der chilenischen Küche. Diese ist der Deutschen Küche im übrigen sehr ähnlich. Anschließend spazierten wir zurück zum Hostel und gingen gegen Mitternacht ins Bett, die letzten beiden Tage waren dann doch etwas anstrengend.

10 - Unsere Tour zum Salar de Uyuni

Montag, der 5.2.2018

von Yannick Löb und Philipp Graßmann

Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht kamen wir gegen halb sechs morgens endlich in Uyuni an. Uyuni ist ein Dorf mit circa 14.000 Einwohnern auf einer Höhe von circa 3.700 Metern. Vom Bus ging es direkt in ein Café, wo wir uns bei einem gemeinsamen Frühstück stärken wollten.
Leider entpuppte sich die Mahlzeit als „Frühstück mit Hindernissen“, da aufgrund mangelnder Organisation des Cafés die Gerichte entweder zu spät oder gar nicht serviert wurden, beziehungsweise teilweise falsch serviert wurden. Nach dem Frühstück putzten wir noch schnell unsere Zähne auf der Straße, cremten uns mit Sonnencreme ein und packten unsere Backpacks auf die Dächer der beiden Jeeps, mit denen es folgend auf eine zweitägige Tour ging. Endlich konnte das Abenteuer beginnen!

Packen der Backpacks auf den Jeep

Unsere erste Station war für die Meisten von uns direkt das absolute Highlight, auf das wir teilweise schon lange gewartet hatten. Endlich ging unser Traum in Erfüllung! Bei diesem Highlight handelt es sich um den Salar de Uyuni, einen riesigen Salzsee von 160x135 km Ausmaß. Im Schnitt gibt es hier auf einer 9 m dicken Salzschicht nur eine Wassertiefe von wenigen Zentimetern. Hierdurch entsteht ein Naturschauspiel vom Allerfeinsten, was sich in einer stark spiegelnden Wasseroberfläche zeigt. Zukünftig werden hier von zwei verschiedenen Unternehmen die Lithiumvorkommen abgebaut, welche sich unterhalb der Salzschicht befinden. Bei den Unternehmen handelt es sich um das bolivianische Unternehmen Comibol sowie das deutsche Unternehmen K-Utec.
Mit den Jeeps ging es in zwei Etappen mitten durch den Salzsee, wo wir reichlich schöne Fotos und lustige Videos machen konnten. Während es sich beim ersten Spot aufgrund der Bergwelt lediglich um einen schönen Hintergrund handelte, konnten wir beim zweiten Spot das Monument der Rallye Dakar sowie das auf dem See befindliche Salzhotel besichtigen. Das Monument ist hier vorhanden, da eine Teilstrecke der Rallye direkt durch den Salzsee führt.

Landschaft des Salar de Uyuni

Jeepfahrt durch den Salzsee

Gruppenbild (1) auf dem Salzsee

Gruppenbild (2) auf dem Salzsee

Das Salzhotel von außen

Das Salzhotel von innen

Gruppenbild vor dem Monument der Rallye Daker

 
Für den nächsten spektakulären Zwischenhalt ging es zum ‚cementerio de trenes‘, zu Deutsch Zugfriedhof, in der Nähe von Uyuni. Hierbei handelt es sich um den weltgrößten Zugfriedhof der Welt, wo circa 100 Lokomotiven und Waggons ihrem Schicksal überlassen wurden. Durch das salzige und zudem trockene Klima werden die Züge nur langsam abgebaut, wodurch Bolivien jährlich viele Touristen für den Besuch gewinnt. Vor vielen Jahren fand über die hier liegende Zugstrecke der Transport von Mineralien und Edelmetallen von den Minen im Landesinneren zur Hafenstadt Antofagasta statt. Zur damaligen Zeit reichten die Grenzen Boliviens noch bis zur Küste, heutzutage gehört dieses Gebiet zu Chile.


Lokomotiven auf dem cerementerio de trenes


Nach einem Fotoshooting ging es weiter zum Bergbaudorf San Cristobal, wo wir mit unseren Fahrern in der brütenden Mittagshitze ein gutes und vielfältiges Mittagessen einnahmen. Dieses richteten die Fahrer im Kofferraum des Jeeps an. Erwähnenswert sind vor allem die Wassermelonen, welche uns zum Nachtisch gereicht wurden. Bei San Cristobal handelt es sich um ein einsames, verschlafenes Dorf, dessen einzige Sehenswürdigkeit eine Kirche darstellt. In den umliegenden Bergen von San Cristobal wird von einem japanischen Unternehmen in großen Mengen Gold abgebaut. Ansonsten gibt es in der näheren Umgebung mit Ausnahme der Landwirtschaft, wozu die Züchtung von Lamas und die Anpflanzung von Quinoa zählen, kaum weitere Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Mittagessen in San Cristobal

Folgend ging es gestärkt bis zu unserer Nachtunterkunft durch die kilometerweite Steppe der Anden. Auf dem Weg dorthin hielten wir mehrfach an einigen Natursehenswürdigkeiten zu denen interessante Steinformationen, wie dem berühmten Arbol de Piedra, vier verschiedenen Lagunen (Flachlandseen) und Vulkanen.

Arbol de Piedra


Panoramabild einer Steinformation

Die Fahrt durch die wüstenähnliche Steppe verschaffte uns einen detaillierten Einblick in die lokale Fauna. Zu den beobachteten Tieren gehörten u.a. wilde sowie domestizierte Alpakas, welche eine Kamelart darstellen und zur Gattung der Vikunja gehören und Anden-Rehe. In und rund um den Lagunen leben mitunter die drei verschiedene Flamingoarten. Diese sind der Chile-Flamingo, der Andenflamingo und der Kurzschnabelflamingo, wobei alle drei Arten gleichzeitig nur in der Laguna de Colorada vorzufinden sind.

Anden-Reh in der Steppe von Bolivien

Eine der Lagunen

Pelikane in einer der Lagunen

Zu unserer Überraschung mussten wir zusätzlich zu den Kosten für unsere zweitägige Tour noch eine recht hohe Gebühr für den ‚Eintritt‘ in den Nationalpark zahlen, über den wir zuvor nicht informiert wurden. Dies vermittelte uns ein wenig das Gefühl der Wegelagerei, da wir im Prinzip keine Wahl hatten als den verlangten Betrag zu bezahlen. Es gab weder einen alternativen Weg, noch die Möglichkeit umzukehren, da bereits eine zu lange Strecke zurückgelegt wurde. Naja, immerhin haben wir noch einen recht ansehnlichen Stempel für unseren Reisepass bekommen.

Passstempel des Naturparks

Nach rund weiteren 20 Minuten Durchschütteln in unseren Jeeps durch die Pfade der Anden kamen wir endlich in unserer Nachtunterkunft an welche sich auf rund 4.400 Meter Höhe befand. Wie erwartet gab es dort natürlich weder herkömmliche Waschmöglichkeiten noch warmes Wasser, wodurch wir unsere Hygienemaske aus Staub, Sonnencreme und Salz die Nacht über aufbehalten durften. Als die ersten Personen versuchten ihr Bett aneinander zu rücken fiel uns auf, dass diese entweder aus Beton oder Mauerwerk bestehen. Die darauf aufgelegten Matratzen grenzten für dortige Verhältnisse jedoch schon an Luxus. An Schlaf war trotzdem für die meisten kaum zu denken, da zwei Teilnehmer aus unserer Gruppe eiskalt von der gefürchteten Höhenkrankheit erwischt wurden und so den Rest der Truppe auch wachgehalten haben. So wurde es in Anbetracht der auf 3:30 Uhr gestellten Wecker eine noch kürzere Nacht als erwartet. Diese Nacht werden wir nie vergessen.

Jeeps vor der Nachtunterkunft

Aufenthaltsraum der Nachtunterkunft

Nichtsdestotrotz, war die Tagestour für alle ein unvergessliches Erlebnis, an welches wir uns noch lange erinnern werden. Für alle Eindrücke der atemberaubenden, bolivianischen Landschaft sind wir mehr als dankbar und es wurden alle Strapazen mehr als wettgemacht. Wie wir wissen, wird am Ende alles gut; und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

Yannick und Philipp

Sonntag, 4. Februar 2018

9 - Über La Paz nach Uyuni

Sonntag, der 4.2.2018

Fahrt von Copacabana über La Paz nach Uyuni

 von David Pint

Nachdem wir 2 Nächte im bolivianischen Copacabana am Titicacasee verbracht hatten und am Samstagabend auf dem traditionellen Fest de Candelaria in Jürgen‘s Geburtstag reinfeierten, stand am Sonntagmittag die Weiterreise nach Uyuni auf dem Programm.

Dementsprechend hieß es, sich zunächst morgens am guten Frühstücksbüffet zu stärken und die Koffer zu packen. Nach dem Auschecken, verbrachten wir die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt des Busses zur Zwischenstation in La Paz mit letzten Einkäufen oder einem Café-Besuch. Andere nutzten die Zeit um letztmalig an der Uferpromenade des Sees entlang zu spazieren. 

Alle fanden sich pünktlich am vereinbarten Treffpunkt wieder ein, sodass die rund vierstündige Fahrt nach La Paz um 14 Uhr geschlossen angetreten werden konnte. Der enge und unklimatisierte Bus führte uns zunächst durch die hügelige Landschaft der bolivianischen Hochebene entlang des Titicacasees in den kleinen Ort San Pedro De Tequinia, wo wir nach rund 30 Minuten ankamen. Dort überquerten wir in einer kurzen Überfahrt, bei der die Personen, getrennt vom Bus, mit separaten Booten zum anderen Ufer gebracht wurden, den Titicacasee. In San Pablo De Tequinia angekommen, sollte ein besonderes Highlight dieses Reisetages auf uns warten. An zahlreichen kleinen Verkaufsständen wurde frischer Fisch angeboten, welcher innerhalb unserer Gruppe für große Begeisterung sorgte. 

Überfahrt am Titicacasee

"Trucha" als Zwischensnack
Gesättigt und voller Vorfreude auf die anstehenden Ereignisse setzten wir unsere Weiterfahrt in Richtung La Paz fort. Dieser kurvenreiche Streckenabschnitt war zu Beginn insbesondere von vielen Terrassen geprägt, die einst an den Berghängen zur Bewirtschaftung errichtet wurden. Je näher wir dem urbanen La Paz kamen, desto verschmutzter und schlechter wurden die Straßen. Speziell die auf der Hochebene über La Paz gelegene und mittlerweile eigenständige Stadt El Alto verdeutlichte, dass sich Bolivien gegenwärtig in einer Phase des Umbruchs befindet. Die Stadt wirkte einerseits sehr dreckig, chaotisch und verstopft, bewies durch die Vielzahl der Neubauten und baulichen Aktivitäten andererseits aber auch, dass die ersten Schritte hinsichtlich einer wirtschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Weiterentwicklung gemacht werden. Beeindruckend war darüber hinaus die bekannte Seilbahn Teleférico, welche das auf 4061 m Höhe gelegene El Alto und das 1200 m darunter gelegene La Paz miteinander verbindet. Mit einer Länge von rund 10 km und drei Linien ist sie das größte städtische Seilbahnprojekt der Welt.

La Paz (1)

La Paz (2)

La Paz ist der Regierungssitz und die zweitgrößte Stadt Boliviens. Aufgrund der unglücklichen Zeitpläne der Busse, blieben uns nur etwa zwei Stunden Zeit, erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Beim Weg vom Bahnhof ins Zentrum wurde schnell klar, dass sich das Bild, dass sich uns in El Alto bot, in La Paz nahezu unverändert fortgesetzte. Auf den Straßen herrschte Verkehrschaos, die Stadt war sehr verschmutzt und ein stechender Uringeruch dominierte an vielen Stellen. Selbst die wenigen bunten Häuser im historischen Stadtkern konnten den Gesamteindruck einer insgesamt tristen und heruntergekommenen Stadt nicht entscheidend aufwerten. Positiv bleibt zu erwähnen, dass die einzigartige Lage der Millionen-Metropole in den bolivianischen Anden, im Canyon des Río Choqueyapu, beim Blick von oben für Gänsehaut sorgt. 

Warten in der Bahnhofshalle von La Paz

Beim kurzen Abstecher ins Stadtzentrum hatten alle die Möglichkeit noch etwas zu essen, bevor es um ca. 20:30 Uhr mit dem Nachtbus nach Uyuni ging. Die Nachtfahrt  gestaltete sich als sehr unruhig und holprig, sodass nur wenige in der beengten Atmosphäre des doppelstöckigen Busses den notwendigen Schlaf fanden. So kamen wir schließlich um 05:30 Uhr des Folgetages etwas ermüdet in Uyuni an, wo ein Frühstück auf uns wartete.

16 - Ein Wort zum Schluß