Besuch bei K+S in Iquique
von Bernd Fröhler und Michael Heinen
Trotz des engen Zeitfensters fiel das Frühstück mit frischen
Brötchen, Kaffee und Saft gegen 7:30 Uhr relativ üppig aus, so konnte der Tag
beginnen. Im Anschluss an das Frühstück, starteten wir die Fahrt zur K+S AG (Kali
und Salze). Entlang des Küstenstreifens türmte sich zur linken mehrere hundert
Meter hoch das Gebirge der Anden und zur rechten der Pazifik. Der traumhafte
Ausblick bei sonnigen Temperaturen und blauem Himmel lies die einstündige Fahrt
im nu vergehen. Von weitem konnte man die Verlademöglichkeiten Schiffseitig am
Küstenufer erkennen. Diese liegen in einer Bucht geschützt von südlich
aufkommenden Wellen.
Bei K+S angekommen, wurden wir freundlich von
Herrn Münzenmayer auf Deutsch empfangen, welcher extra für uns aus Santiago
eingeflogen ist. Durch seine familiäre Abstammung konnten wir uns größtenteils auf
deutsch unterhalten. Die Tagesplanung sah einen langen Firmenbesuch vor,
welcher uns in keinster Weise enttäuschen sollte.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es mit
einer Sicherheitsunterweisung weiter, diese brachte doch einige Besonderheiten
mit sich, da sich diese in drei Teilbereiche aufteilte. Es wurde die Mine, die
Produktion und der Hafen im Einzelnen erläutert und auf mögliche Gefahren
hingewiesen.Nach einer ersten Fragerunde, welche nicht mehr abreißen wollte, ging es sofort zum Hafen. Dort angekommen erhielten wir die noch benötigte persönliche Schutzausrüstung um mit einem Kleinboot die Beladezone der Schiffe vom Wasser aus zu besichtigen. Nicht nur Helm, Sonnenbrille und Warnweste, sondern auch Sonnencreme (LV-50) und Schwimmweste vervollständigten die Ausrüstung für die kleine Hafenrundfahrt. Nachdem das zu beladene Schiff umrundet war, ging es zur zweiten Ladezone, welche zur diesem Zeitpunkt nicht genutzt wurde. Die weitere Fahrt bei blauem Himmel ging bis zur Einfahrtsschneise der Bucht, in welcher sich auf der Felslandschaft Seelöwen und Pinguine tummelten. Nach dieser zu Beginn unerwarteten und eindrucksvollen Rundfahrt ging es zurück an Land um in Richtung Mine, welche über Tage liegt, aufzubrechen.
| Frachter im Hafen von K+S |
| Seelöwen im Hafen von K+S |
| Pinguine im Hafen von K+S |
Die Anfahrt zur nahegelegenen Mine führte ca.
27km über die Bergkette in das Landesinnere, wobei die Straßen mit Salzresten den
ständigen LKW-Verkehr nicht verbergen konnten. Das Salzvorkommen erstreckt sich
in der Mine über eine Länge von 45km bei einer Breite von 4km und einer Dicke
von ca.100 Metern in verschiedenster Salzqualität. Die Reinheit des Salzes
liegt bei bis zu 98% vor, was eine Nachbehandlung nach dem Abbau erübrigt. Im
Vergleich dazu, liegen in anderen Abbaugebieten die Salzvorkommen in einer
Tiefe von bis zu 700 Metern unter der Erde und müssen dort mit deutlich höherem
Aufwand untertage abgebaut werden.
Im Jahr werden bis zu 7.000.000 Tonnen Salz
gefördert und in sechs Qualitäten eingeteilt. Die Gesamtmenge teilt sich in verschiedene
Sparten auf, wobei ca. 4 Millionen Tonnen als Auftausalz genutzt, 1,4 Millionen
Tonnen Anwendung in der Chemie finden und ca. 1 Millionen Tonnen als Konsumsalz
vertrieben werden. Das Salz wird durch ständig pendelnden LKW-Verkehr von der
Mine in den Hafen transportiert. Die oben aufliegende schlechtere Salzqualität
wird in teilen in der Mine umgeschichtet und bei Bedarf in den Hafen
transportiert und als Auftausalz verkauft. Die angelieferten Salzmengen werden
im Hafen ihrer Qualität entsprechend zwischengelagert und nach Kundenauftrag verladen.
| Panoramabild der Mine von einem Aussichtspunkt |
| Die Mine "von oben" |
| Gruppenbild in der Mine von K+S |
![]() |
| Mini-Gruppenfoto in der Mine von K+S |
Zu unser aller Begeisterung konnten wir nach
der Besichtigung der Mine die Sprengung eines Teils der Salzwand live
miterleben! Der Besuch wurde so getaktet, dass uns dieses allwöchentliche Event
nicht vorbehalten wurde. So wurden in Bruchteil einer Sekunde ca. 45.000 Tonnen
Salz aus der Wand gesprengt. Da das Salz ohne Sprengstoffreste vorliegen muss,
wird mit einer Lunte gearbeitet die beim zünden vollständig und rückstandslos verbrennt.
Sprengung der Mine von K+S:
![]() |
| Brecher und Siebe der Mine |
Bedingt durch das Produkt liegt ein hoher Verschleiß der Anlagen vor. Die Instandhaltungskosten liegen dabei ca. 12
Millionen $ im Jahr, dabei liegt eine sehr hohe Verfügbarkeit der Anlagen zu
Grunde.
Gegen 14:30 durften wir die hauseigene Kantine nutzen
und uns mit regionalem Essen stärken. Das Essen wird den Mitarbeitern kostenlos
zur Verfügung gestellt. Dieses Extra macht die Arbeit bei K+S für Arbeitnehmer
attraktiver. Der Produktionsbetrieb läuft 7 Tage die Woche bei 24 Stunden. Hier
besteht der Vorteil, dass die Mitarbeiter nach ihrer Schicht zu ihren Familien
können und nicht wie anderen Bergbaubetrieben vor Ort bleiben müssen.Im Anschluss an das wohltuende Essen, wurden wir durch die Verladeanlagen der Werft geführt. Die Anlagen haben eine Förderleistung von 1800-2000 Tonnen pro Stunde um die anliegenden Schiffe schnellstmöglich zu beladen. Die Anlagen verfügen über ein Notstromsystem, um selbst bei Netzausfall die Beladung fortzusetzen um so kostspielige Wartezeiten zu vermeiden.
Abschließend erhielt jeder einen Salzkristal
welcher mit Dank und Freude von jedem angenommen wurde. Ein langer und
ereignisreicher Tag bei K+S endete gegen 16:30 Uhr mit großem Dank und interessanten
Einblicken in den Salzabbau in Chile.
Nach der Rückkehr im Hotel und einer kurzen Verschnaufpause
schlenderten wir gemeinsam entlang der weitläufigen Strandpromenade von Iquique
dem Sonnenuntergang entgegen. Abschließend aßen wir am Playa Brava gemeinsam zu
Abend und ließen so den spannenden Tag ausklingen. 

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen