Mittwoch, der 31.1.2018
Jürgen Zender
Nach
einem anstrengenden Tag in Cusco, besonders die Akklimatisierung wegen der
dünnen Luft in 3.430 m Höhe machte uns teilweise zu schaffen, begaben wir uns
Mittwoch Morgen um 7:15 Uhr nach einem leckeren, peruanischen Frühstück mit
Blick auf Cusco mittels gechartertem Bus auf den Weg nach Aguas Calientes.
Luftlinie beträgt der Weg zwischen den beiden Städten ca. 200 km, allerdings
ergibt sich aufgrund der teils abenteuerlichen und verzwickten Straßenführung,
verursacht durch die Anden, eine reale Strecke von 390 km mit einer
Netto-Fahrzeit von ca. 6 Stunden. Die Fahrt war geprägt von vielen Kurven und
Serpentinen.
Aguas Calientes ist ein Ort, der am Fuße des Machu Picchus liegt, und wird
daher auch Machu Picchu Pueblo genannt. Er ist die zentrale Anlaufstelle für
alle Machu-Picchu-Besucher. Der Ort ist nicht direkt per Auto zu erreichen.
Lediglich eine Zugverbindung von Olantaytambo oder Poroy aus verbindet den Ort
mit den umgebenen Orten. Wir fuhren daher mit dem Bus bis zu einem Wasserwerk
(Hydroelectrica), ca. 10 km außerhalb von Aguas Calientes, welcher der
Ausgangspunkt für eine Wanderung entlang der Bahnstrecke nach Aguas Calientes
ist.
Unterwegs auf der Strecke Cusco-Aguas Calientes konnten wir eine grandiose
Aussicht und Einblicke in das Andenpanorama genießen. Wir legten ein
beeindruckendes Höhenprofil auf unserem Weg zurück:
Gestartet auf 3.430 m Höhe in Cusco ging es über einen Pass am höchsten Punkt
der Strecke bis auf 4.300 m hinauf, wo auch unser Gruppenfoto in den Wolken der
Anden entstanden ist, und schließlich angekommen auf 2.400 m Höhe in Aguas
Calientes. Aufgrund der Höhe waren die Wolken teilweise zum Greifen nahe und
kreierten zusammen mit den schneebedeckten Gipfeln der Andenberge ein
malerisches Bild. Auch die Unterschiede in der Vegetation konnte man auf
unserer Route gut erkennen: Die Baumgrenze wurde bei ca. 4000 m erreicht.
Oberhalb dieser Grenze wächst in der Hochlandsteppe hauptsächlich ein karges
Gras, das kurze, strohgelbe Ichù-Büschelgras. Dieses ist unter anderem auch die
Nahrung für die wilden Neuweltkamele, der Guanakos und Vicuñas und deren
domestizierten Arten Lamas und Alpakas. Aus der Ferne konnten wir einige dieser
Tiere beobachten. Ein ständiger Begleiter auf unserer Fahrt war der Urubamba-Fluss,
der sich in die Täler der Anden schmiegt.
Besonders der letzte Abschnitt der Strecke war von abenteuerlichen, nicht
asphaltierten Straßen gekennzeichnet. Über Stock und Stein ging es über
ungesicherte Straßen ganz nah am hunderte Meter tiefen Abgrund vorbei. Da blieb
einem das Herz manchmal kurz stehen... Aber unser Fahrer meisterte auch diese
Hürde bravourös.
Angekommen am Wasserwerk Hydroelectrica zeigte sich eine ganz andere
Vegetation: Hier fanden wir eine eher Dschungel-artige Landschaft vor, unter anderem
mit Bananen- und Papaya-Bäumen. Die letzten 10 km bis Aguas Calientes wanderten
wir dann zu Fuß entlang des Urubamba-Flusses und der Bahnstrecke. So umkreisten
wir den Berg Machu Picchu und die Ruinenanlage unten im Tal bis hin zum
idyllischen Aguas Calientes. Dass man die Ruinenanlage von der Wanderstrecke
aus sieht, wenn man weiß wo sie liegt, war uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht
bewusst. Unser Guide sollte uns am nächsten Tag erst darauf hinweisen. Nach ca.
zweieinhalb Stunden Wanderung erreichten wir schließlich unser Tagesziel Aguas
Calientes. Der Name "Aguas Calientes" lässt übrigens erkennen, dass
es hier heiße Quellen gibt, in denen man z. B. nach einer Trekking-Tour
entspannen kann. In diesen Genuss kamen wir trotz unserer Wanderung an diesem
Abend allerdings leider nicht. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen
Abendessen (Pollo a la parilla, ein Reisgericht mit Hähnchen) und ein paar
Cusqueñas in der Bar unseres Hostels mit Blick auf die Berge der Anden
ausklingen. Voller Vorfreude auf den folgenden Tag, an dem wir uns um halb 5 in
der Früh zur Ruinenanlage bei Machu Picchu aufmachen sollten, gingen wir zeitig
zu Bett und konnten das anstehende Ereignis kaum erwarten, welches die
Eindrücke dieses Tages nochmals eindrucksvoll übertreffen sollte.
Willkommen auf dem Blog der Teilnehmer der RFH Studienreise 2018 nach Südamerika. Die Dreiländer-Tour in Peru, Bolivien und Chile beginnt am Freitag, dem 26.1.2018 und endet am Mittwoch, dem 14.2.2018. Die Route führt uns ausgehend von Lima über Cusco, Macchu Picchu und den Titicacasee nach La Paz, den Salar de Uyuni, die Atacama-Wüste und Iquique bis nach Santiago de Chile.
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