Donnerstag, 1. Februar 2018

6 - Von Cusco nach Aguas Calientes

Mittwoch, der 31.1.2018

Jürgen Zender



Nach einem anstrengenden Tag in Cusco, besonders die Akklimatisierung wegen der dünnen Luft in 3.430 m Höhe machte uns teilweise zu schaffen, begaben wir uns Mittwoch Morgen um 7:15 Uhr nach einem leckeren, peruanischen Frühstück mit Blick auf Cusco mittels gechartertem Bus auf den Weg nach Aguas Calientes.
Luftlinie beträgt der Weg zwischen den beiden Städten ca. 200 km, allerdings ergibt sich aufgrund der teils abenteuerlichen und verzwickten Straßenführung, verursacht durch die Anden, eine reale Strecke von 390 km mit einer Netto-Fahrzeit von ca. 6 Stunden. Die Fahrt war geprägt von vielen Kurven und Serpentinen.
Aguas Calientes ist ein Ort, der am Fuße des Machu Picchus liegt, und wird daher auch Machu Picchu Pueblo genannt. Er ist die zentrale Anlaufstelle für alle Machu-Picchu-Besucher. Der Ort ist nicht direkt per Auto zu erreichen. Lediglich eine Zugverbindung von Olantaytambo oder Poroy aus verbindet den Ort mit den umgebenen Orten. Wir fuhren daher mit dem Bus bis zu einem Wasserwerk (Hydroelectrica), ca. 10 km außerhalb von Aguas Calientes, welcher der Ausgangspunkt für eine Wanderung entlang der Bahnstrecke nach Aguas Calientes ist.
Unterwegs auf der Strecke Cusco-Aguas Calientes konnten wir eine grandiose Aussicht und Einblicke in das Andenpanorama genießen. Wir legten ein beeindruckendes Höhenprofil auf unserem Weg zurück:
Gestartet auf 3.430 m Höhe in Cusco ging es über einen Pass am höchsten Punkt der Strecke bis auf 4.300 m hinauf, wo auch unser Gruppenfoto in den Wolken der Anden entstanden ist, und schließlich angekommen auf 2.400 m Höhe in Aguas Calientes. Aufgrund der Höhe waren die Wolken teilweise zum Greifen nahe und kreierten zusammen mit den schneebedeckten Gipfeln der Andenberge ein malerisches Bild. Auch die Unterschiede in der Vegetation konnte man auf unserer Route gut erkennen: Die Baumgrenze wurde bei ca. 4000 m erreicht. Oberhalb dieser Grenze wächst in der Hochlandsteppe hauptsächlich ein karges Gras, das kurze, strohgelbe Ichù-Büschelgras. Dieses ist unter anderem auch die Nahrung für die wilden Neuweltkamele, der Guanakos und Vicuñas und deren domestizierten Arten Lamas und Alpakas. Aus der Ferne konnten wir einige dieser Tiere beobachten. Ein ständiger Begleiter auf unserer Fahrt war der Urubamba-Fluss, der sich in die Täler der Anden schmiegt.



Besonders der letzte Abschnitt der Strecke war von abenteuerlichen, nicht asphaltierten Straßen gekennzeichnet. Über Stock und Stein ging es über ungesicherte Straßen ganz nah am hunderte Meter tiefen Abgrund vorbei. Da blieb einem das Herz manchmal kurz stehen... Aber unser Fahrer meisterte auch diese Hürde bravourös.
Angekommen am Wasserwerk Hydroelectrica zeigte sich eine ganz andere Vegetation: Hier fanden wir eine eher Dschungel-artige Landschaft vor, unter anderem mit Bananen- und Papaya-Bäumen. Die letzten 10 km bis Aguas Calientes wanderten wir dann zu Fuß entlang des Urubamba-Flusses und der Bahnstrecke. So umkreisten wir den Berg Machu Picchu und die Ruinenanlage unten im Tal bis hin zum idyllischen Aguas Calientes. Dass man die Ruinenanlage von der Wanderstrecke aus sieht, wenn man weiß wo sie liegt, war uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst. Unser Guide sollte uns am nächsten Tag erst darauf hinweisen. Nach ca. zweieinhalb Stunden Wanderung erreichten wir schließlich unser Tagesziel Aguas Calientes. Der Name "Aguas Calientes" lässt übrigens erkennen, dass es hier heiße Quellen gibt, in denen man z. B. nach einer Trekking-Tour entspannen kann. In diesen Genuss kamen wir trotz unserer Wanderung an diesem Abend allerdings leider nicht. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen (Pollo a la parilla, ein Reisgericht mit Hähnchen) und ein paar Cusqueñas in der Bar unseres Hostels mit Blick auf die Berge der Anden ausklingen. Voller Vorfreude auf den folgenden Tag, an dem wir uns um halb 5 in der Früh zur Ruinenanlage bei Machu Picchu aufmachen sollten, gingen wir zeitig zu Bett und konnten das anstehende Ereignis kaum erwarten, welches die Eindrücke dieses Tages nochmals eindrucksvoll übertreffen sollte.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

16 - Ein Wort zum Schluß